AUFRUF zur Mitarbeit am GLOSSAR

 

Für meinen Reportagenband Abriß![1] schrieb ich Ende 2018 notgedrungen – die Drucklegung des Buches zog sich sinnlos hin, der hochgeschätzte Gestalter rag.wien hatte leider anderes zu tun – ein Glossar zu einigen Kernwörtern des sozialkritischen Kontextes meiner Schreiberei der letzten Jahre. Zugegeben sind es Kernwörter meines speziellen literarischen Kosmos; etliche Begriffe und Zusammenhänge weisen jedoch über meine persönliche Hutschnur hinaus, wie man z. B aus der Lektüre der Zeitschrift Abwärts! und anderer um soziale Kenntlichkeit bemühter Organe ersehen kann.

Hiermit stelle ich diese Vorarbeit zur Verfügung. Das Glossar soll ergänzt werden.
Horizonterweiterung kann soziale Umgestaltung fördern. Im weiter unten
folgenden Vorsatz
und dem ersten Stichwort Ästheten sind einige
meiner Vorschläge hierzu ausgeführt. Weitere Hinweise auf meine bisherigen Vorstellungen von literarischer Umgestaltung turbokapitalistischer Kulturdominanz gibt der Text KURZER LEHRGANG der Geschichte der MaStdAR (M)
[2], der hier zu lesen ist.

Wem das alles zu explizit ist, empfehle ich, sich einem Lektorat zu unterwerfen, einer Agentur zu verpflichten, sich einer Lesebühne und dem real existierenden Literaturbetrieb anzuschließen, oder still vor sich hin zu werkeln, meinetwegen auch in den sog. „sozialen Medien“ zu posieren; wir leben schließlich in keinem befreiten Land. Jedenfalls nicht ab morgen früh, und ohne unser forciertes Dazutun schon gar nicht. – Ergänzungen, Korrekturen, Neueinträge und weiteres Material zum Glossar bitte an: Bert Papenfuß

Wenn genügend Beiträge eintrudeln, werden wir einen Verlag finden, der das Buch z. B. unter dem Titel Du und Deins und einem Autorenkollektivnamen publiziert. Oder auch nur digital webverbreitet? – Ich würde natürlich ein, möglichst illustriertes, Kompendium für die Handbibliothek vorziehen; notfalls mehrbändig und kleinformatig, damit es in die Magazintaschen paßt. Wir werden sehen, was für den kommenden Aufstand nötig, nötiger, am nötigsten ist; Internet jedenfalls nicht, das käme Denunziation gleich. Bis zur Drucklegung müssen wir uns leider mit digitaler Kommunikation behelfen. Die Redaktion eingehender Beiträge obliegt vorerst Su Tiqqun, Bert Papenfuß und Kai Pohl.
Persönlicher Kontakt: jeden Mittwoch zwischen 18 und 20 Uhr in der Gastwirtschaft WATT, Metzer Str. 9, 10405 Berlin.

 

B. P.

 

GLOSSAR

 

Vorsatz: Im Abriß! werden meist frank und frei, manchmal jedoch ohne Vorwarnung ernstgemeint, Wörter, Begriffe und Wendungen verwendet, die hier zum besseren Verständnis der knappen Leserschaft in Form eines essayistischen Rondeaus erläutert seien, das sich um einen – unvermeidlichen, aber schlicht gehaltenen – Gedichtzyklus gruppiert. Widersprüche zum empirischen Erzählgang der Abriß!-Reportagen, die Umgang mit historischen Fakten und Zitaten pflegen, sind nicht ausgeschlossen, sondern dialektal implement bis nahezu kongruent, also asymptotisch antagonistisch. Die Lust der Aufklärung ist eine desillusionierende List, bzw. umgekehrt. Und nicht vergessen – generell bei der Abriß!-, speziell aber auch der Glossar-Lektüre –, zusammenhängend (→ Kontelligenz) zu denken … und Konsequenzen durchzuspielen, bis Ernst*dämmert.

Ich widme dieses Elaborat Knofo, von dem einige der Formulierungen stammen, bevor mir noch jemand anders einfällt; z. B. Tex, von dem ein anderer Teil der Formulierungen und Ideenentwicklungen stammt, sowie Mareile, die mir den Rest eingeflüstert hat. Mehr oder weniger ausgeklügelte lyrische Eskapaden sind auf meinem Mist gewachsen, aber selbst in diesen steht meine alleinige Autorschaft in Frage, irgendwer schreibt immer mit: pfeilschnelle Vorreiter, verdrängte Zeitgenossen, ungenannte Mitarbeiter, großzügige Drogenverteiler und Fragen stellende Katzen.

Eine profunde anarchistische Hausapotheke ist ein Schlag ins Kontor von
Unterdrückung, Ausbeutung und Entfremdung, dient dem Gemeinwohl der zögerlichen Patientenschaft im Aufschwung. Trotz postaktiver Fäulnis und sich einschleichender Altersmilde steht zu befürchten, daß dieses Glossar in den nächsten Jahren zu einem Wörterbuch ausartet, geschrieben (korrigiert und umgewichtet) von wem auch immer. Mein Titelvorschlag für dieses breschenspringende, schneisenschlagende, fachsprachliche und nachhaltig vorwärtspreschende Projekt ist: „Befreite Gesellschaft und Eigentümlichkeit.“ Meinetwegen auch etwaskürzer: „Du und Deins.“

 

Ästheten im feingeistigen und freiheitlichen (→ Befreite Gesellschaft) Sinne gibt’s vorläufig keine; die Kennerschaft des „Schönen“ ist durchkommerzialisiert, wenn man für Feinarbeiten ästhetische Kompetenz braucht, muß man schöngeistige Grobschlächtigkeit hochspezialisieren, und zwar selbst. In seichter Unterhaltungskunst sowieso, aber auch im hochenergetischen Bereich des Kulturschaffens waltet Rohheit und das Überleben der teuersten Konkurrenten; gegen derlei globalisierte Dekadenz hilft fürderhin → Emanzipation.
Künftige Belletristik wird sich durch Revision des Lettrismus, seiner Vorläufer und Weiterentwicklungen zum „Anarchistischen Realismus“[3] hin
entwickeln. Narrativem Schnickschnack entgegnen Ideengewitter usw. usf. bis zum Nobelpreismord. Dann allerdings greift „Gegenseitige Hilfe“ (P. A. Kropotkin, → Anarchismus) durch: Wenn jemand etwas mitzuteilen hat, wird er zusammen schreiben. Müßig ist es, rauszufinden, wo solitäre Autorschaft einst begann, und wo sie endete. Schreibende Kollektive werden Namen haben, „Homer“ z. B, oder „Edda“ etwa, „Karen Eliot II., III., IV. usw.“ oder „Tiqqun“ mal wieder, zurückblickend gar „Autorenkollektiv“, selbst „Störtebeker“ oder andersrum „u. n.[4] v. a. m.“. Bessere Elaborate wird es geben, und schlechtere, kaum zu unterscheidende, und ausgefallene. Wenn die ausgefallenen ganz ausfallen, ist das Ende der Literatur erreicht. Lange genug drauf hingearbeitet haben wir ja.

 

Anarchie: Herrschaftslosigkeit, die „Mutter der Ordnung“. Gegen Unterdrückung, Ausbeutung, Entfremdung, Kriegführung, Privateigentum (an Grund, Boden, Produktions- und Kommunikationsmitteln und Geld als Austauschmedium) sowie Erbrecht; kurz: gegen Bürgertum und Kapitalismus gerichtete antiautoritäre Welthaltung, die nach Gleichberechtigung und Selbstbestimmung zumindest der Menschentiere strebt. (→ Befreite Gesellschaft)

 

Anarchismus: Strebung zur → Anarchie. Leider – neben der leidigen Negation – mit einem Ismus behaftet, und damit natürlich auch mit diversen Schismen und Modeströmungen bis hin zu Gegenbewegungen. Im folgenden einige moderne Beispiele (mit vielen Lücken) aus dem (vorwiegend) europäischen Raum: Political Justice (William Godwin), Mutualismus (Pierre-Joseph Proudhon), „Egoismus“ (Max Stirner; sein 1844 erschienenes Buch Der Einzige und sein Eigentum sollte eigentlich „Ich und Meins“ heißen, → Vorsatz), kollektiver Anarchismus (auch: Kollektivismus, Michail Alexandrowitsch Bakunin), Nihilismus (effektive Modeströmung, befördert von Iwan Sergejewitsch Turgenjew, der mit Bakunin befreundet war), Individualanarchismus (John Henry Mackay; pathetische Variante des eigentlich witzigen Stirnerschen „Egoismus“), Anarchokommunismus (Pjotr Alexejewitsch Kropotkin), Insurrektionalismus (Propaganda der Tat, Direkte Aktion, „Terrorismus“), Anarchosyndikalismus (Rudolf Rocker), Fregosten (Freie Egoisten) und Akraten (Gesellianer, Geld- und Bodenreformfetischisten; auch Physiokraten genannt; kleinbürgerlicher Verrat an der Anarchie), Rätekommunismus (Anton Pannekoek u. v. a. m., z. B. Franz Jung), Arbeitsdemokratie (Wilhelm Reich), Biosophie (Ernst Fuhrmann findet nach etlichen autoritären, esoterischen und sonstigen Ausrutschern in den späten 1940er Jahren zum Anarchismus), Sozialanarchismus (nach 1945 in Deutschland angedachter libertärer Parlamentarismus), Haschrebellen (sprechen für sich, Bewegung 2. Juni, z. T. Rätekommunisten), Anarchafeminismus, Ontological Anarchy (Peter Lamborn Wilson)/Lifestyle Anarchism (Hakim Bey), Libertarismus (neuerdings auch „Anarchokapitalismus“ genannt; ein leider auch denkbares Gegenteil von Anarchie), „Nationalanarchismus“ (Neonazis und Nationalisten, die irgendwas gegen den Staat haben, aber nicht das geringste mit Anarchie zu tun), libertärer Kommunalismus (Murray Bookchin, Abdullah Öcalan; mehr oder minder „nationale“ Befreiungsbewegung der Kurden, vorgeblich ohne Intention zu eigenem Nationalstaat) etc. pp. – nicht zu vergessen: der Plattformismus; eine in den 1920er Jahren begründete anarchokommunistische Reformbewegung, der ich wohl zuzurechnen bin, weil ich ein Formalist bin, der neben Hochdeutsch, Szenefraktur und Eheabbreviatur auch halbwegs Platt kann.
Ernst beiseite: Spätestens seit Nationalisten, Faschisten und „Globalisten“ den Anarchismus – in Form eines „schmalen“ (Libertarier) oder „abgeschafften“ (Akraten) mit einer umso „tieferen“ Wirtschaftspolitik – zu okkupieren versuchen, ist es an der Zeit, die Negation und den Ismus aufzugeben, und sich für das „Eigentliche“ (→ Befreite Gesellschaft) einen neuen Begriff einfallen zu lassen, für das also, was die Horen (→ Pantheon) der zweiten Generation verkörpern, nämlich: Dike („Gerechtigkeit“), Eunomia („gute Ordnung“) und Eirene („Frieden“). Da man schlecht jemandem vorschreiben kann, was „gut“ ist, entfällt Eunomia, ebenfalls die zwiespältige Eirene (→ Geschlechtergerechte Sprache), bleibt nur Dike übrig, die mit der Tochter der Nacht Nemesis („Vergeltung“, → Rache) zusammenarbeitet. – Das nur zur Anregung; Mythen (↔ Mystizismus, → Arbeitsdemokratie) sind destillierte Realitäten (gewesen), im Gegenzug geht es heute natürlich auch sachlich und persönlich, aber wie genau, weiß ich im Augenblick noch nicht.

 

Anschiß ist überall, / scheitern ist normal. / Wenn du recht hast, / liegst du falsch; / der längereWeg / ist der kürzere.[5] Anscheißer sind Zuträger von → Bütteln und Journalisten, besonders in sog. „sozialen Netzen“, also den Herzkranzgefäßen der Geldmaschine, die mit jedem Klick gefüttert und algorithmisch ausgewertet wird. Elektromagnetische Wellen gehören – ebenso wie Kabelage und Speichereinheiten – selbstverständlich allen. Die Notwendigkeit der Vergesellschaftung jeglicher Informationstechnik liegt auf der Hand, die zum Hörer greift, oder wie das Ding heute heißt. – Für den Ernst des Lebens allerdings // fehlen uns ein paar Sinnesorgane; / jede Mitteilung ist sowohl anders, / als auch gleichförmig das Verständnis. (→ Kontelligenz)

 

Antiautoritäre: → Linksradikale Strömung im → Gesunden Menschenverstand. Als Anregung zu einer antiautoritären Grundhaltung empfehle ich die Lektüre jeglicher Publikationen von Emma Goldman, auch ihre privaten Briefe sprechen Bände.

 

Antiversum: Gegenwelt, in der wir parallel leben; das „Reich“ der verpaßten Möglichkeiten (→ Gunst der Stunde), isolierten Schablonendenkens („autonomes“ Denken ↔ Kontelligenz) und moralischer Inkompetenz (→ Gesunder Menschenverstand), in dem die „Leuchttürme der Menschheit“ (klassischer → Zuschiß) bröckeln, stürzen und zerfallen.

 

Arbeitsdemokratie:
„Arbeitsdemokratie ist kein ideologisches System, auch kein ,politischesʻ, das der menschlichen Gesellschaft durch die Propaganda einer Partei, eines einzelnen Politikers oder einer in gemeinsamer Ideologie verbundenen Gruppe aufgedrängt werden könnte. Arbeitsdemokratie ist die Gesamtheit aller Lebensfunktionen, regiert von den rationalen zwischenmenschlichen Beziehungen, die auf natürliche und organische Weise entstanden und gewachsen sind und sich entwickelt haben. Das Neue an der Arbeitsdemokratie ist, daß zum erstenmal in der Geschichte der Gesellschaftslehre eine künftige Regulierungsmöglichkeit
[→ Macht, → Magie] der menschlichen Sozietät nicht aus Ideologien oder zu schaffenden Bedingungen abgeleitet wird, sondern aus Naturprozessen, deren Existenz und Ablauf von vornherein gegeben ist. Arbeitsdemokratische ,Politikʻ zeichnet sich durch die Ablehnung jeglicher Politik und Demagogie aus. Den arbeitenden Massen wird die gesellschaftliche Verantwortung nicht abgenommen; sie wird ihnen aufgebürdet. Arbeitsdemokraten haben nicht den Ehrgeiz, politische Führer zu sein; solchen Ehrgeiz zu entfalten wird ihnen auch niemals gestattet werden. Arbeitsdemokratie entwickelt bewußt Formaldemokratie, die sich in der bloßen Wahl politischer Vertreter ausdrückt und keinerlei weitergehende Verantwortung seitens der Wählerschaft mit sich bringt zu echter, faktischer und praktizierter Demokratie in internationalem Umfang. Diese Demokratie wird getragen von den Funktionen Liebe, Arbeit und Wissen. Sie entwickelt sich organisch. Sie bekämpft Mystizismus und die Idee des totalitären Staates, jedoch nicht mittels politischer Haltungen, sondern der praktischen Lebensfunktionen, die ihren eigenen Gesetzen gehorchen. In kurzen Worten: Arbeitsdemokratie ist kein politisches Programm, sie ist eine neuentdeckte biosoziologische, natürliche und grundlegende Funktion der Gesellschaft.“[6] Mit dem Wort „Arbeit“ kann man heut einige unter uns ganz schön verschrecken, auch „Liebe“ ist nicht in jedem Falle nur schön oder angenehm, aber gegen „Wissen“ ist meines Wissens nichts einzuwenden. (→ Humor, → Pfiff) Aber die Maxime – „Den arbeitenden Massen wird die gesellschaftliche Verantwortung nicht abgenommen; sie wird ihnen aufgebürdet.“ – wäre heute niemandem zu verklickern. Wer ist heut noch Arbeiter, wer gehört gar zur Masse, der ein weiterer dahergelaufener („Biosoph“ und) Psychoanalytiker „gesellschaftliche Verantwortung“ (→ Verantwortung) aufbürden will. Das kann man geschickter anstellen, und Leuten hintenrum durch Geschwätz ins Gewissen reden. Wissen und Witz allerdings müssen dafür aber schon vorhanden sein, → Pfiff und Sahnehäubchen (→ Veganer) nicht unbedingt. Schwierig genug; Sepp Fernstaub sagte immer, wenn er sich auf die Schenkel klatschte: „Ich rede mir ins Gewissen, ihr seid nur die Adressaten.“ – Um nicht zu sagen, „das letzte Pack“. Die Ebene zwischen Wissen und Witz besteht aus nichts als Abgründen.

 

Autorität: Sachverstand, der zu autoritärer Machtausübung angewandte Sachverstand heißt → Politik. Autoritäre gibt’s nur rechte (leider auch „linke“); dem kranken Menschenverstand entsprungene extrem machtbesessene Patienten, letztlich → Büttel, Blockwarte, Wahlvieh, Untergruppenführer, → Schranzen und rivalisierendes Autokratengeschmeiß ohne Zukunft, aber mit eingeschworenen Untergangsplänen. Sozialdemokratie, Realsozialismus, gar Nominalkommunismus allerdings waren harte Schläge für → Emanzipation von Autorität. Mit „Autorität“ assoziierte Großkotzallüren sind Mode im → Zuschiß, der sich auszahlt.
Die „Sachverständigen“ in Massenmedien heißen „Experten“, man sieht sie auf allen Kanälen mit besorgten Mienen scherzen.

 

Befreite Gesellschaft:
Von Kapitalismus und Nominaldemokratie befreite Gesellschaft. Friedliche Mittel, sie zu erreichen, sind: Riots (im Gegensatz zu angemeldeten Latschdemos unter Polizeibegleitung, die man nicht als Protest bezeichnen kann), Wahlboykott, Generalstreik (inkl. Steuer- und Mietstreik) und letztlich Totalstreik. Überführung von Privat- und Staatseigentum in Gemeineigentum, → Eigentum. Oft ist von Selbstverwaltung die Rede, von der ich abrate: Jede Verwaltung ist Gewaltausübung und Bewußtseinstrübung zum Zwecke von Übervorteilung. In befreiter Gesellschaft weicht jegliche Administration menschentierverständlicher Organisation von Produktion, Distribution und Konsumption, auch in Hinblick auf Bereitstellung von Mitteln zur Exploration des Kosmos. Reisende soll man nicht aufhalten, insbesondere Nervbacken, möglichst in Massen.

 

Bonzen: Führende
Politiker und Judikative, Vorgesetzte der → Schranzen (Bonsai-Bonzen, Legislative). Bonzen bilden zusammen mit Schranzen, Unterschranzen (Beamte, Bürokraten, Satansbraten), → Bütteln und Wirtschaftsmagnaten die „demokratisch“ legitimierte Unterdrückungsmaschinerie Fleischsalat (→ Staat).

 

Büttel: Staatshörige
Knechte der → Bonzen und → Schranzen. Die finanziell abhängige Exekutive – bestehend aus Offizieren, Soldaten, Polizisten, Sondereinsatzkommandos, Wachschützern, Kontrolleuren, Rausschmeißern und weiteren Kaufhausdetektiven – steckt von Haus aus traditionell (siehe Geschichtsschreibung, Bibel usw.) mit Zöllnern, Henkern, Abdeckern, der sog. organisierten Kriminalität und solitären Desperados unter einer Decke (siehe Tagespresse); was schlimm ist, aber nicht so schlimm wäre, wenn das Pack menschliche Züge zeigen würde, statt der harten Tour. Als Klassenverräter, Gewalttäter und Mörder wissen sie genau, was sie getan haben; daher „schwierijet Personal“, kaum resozialisierbar. Soziopathen werden „normalerweise“ aus einer → Befreiten Gesellschaft ausgeschlossen, fristen jedoch gemeinhin in aller Ruhe ihres Darbens, wenn sie sich nicht gegenseitig oder selbst umbringen. Hilf ihnen Gott, der mit ihnen ist; und wenn der versagt, worauf sie Gift nehmen können, dann eben des Teufels rußiger Bruder. Söldner stehen auf keinem anderen Blatt; Arschlöcher werden zu Mördern, und sind nicht zu retten. Was sie gefälligst unter sich ausmachen sollen, und keine Unbeteiligten im Dunkeln damit behelligen.

 

Bumms: Dumpfer
→ Pfiff
, meist (autoritärer) Denkfehler, oft mit → Macht kombiniert, bewußt oder unbewußt. Die Unterhaltungskunst des → Zuschiß basiert auf Bumms. Dort gilt, wie hier im Untergrund, die Regel: Viel hilft meist viel! [→ Drogen] / Auch schlechte Sachen / muß man erst mal machen. / Und dann damit wegkommen, / um bei Idioten gut anzukommen. Kompromißler der tagespolitischen Schiene und Dekadenzler der Quartalsmagazine verstehen nur Bumms. Wenn Bumms, was selten passiert, linksradikal divergiert und überkandidelt, wird er → Wucht genannt, normalerweise jedoch stagniert er im undrastischen → Antiversum, und ist dort auch gut aufgehoben.

 

Chaos: Abgrund, (gähnende) Kluft, Gas oder auch „quirliges Zusammensein“ bzw. Unordnung interessieren uns hier weniger, sondern die Formulierung „Anarchie und Chaos“, in der das arme „Chaos“ verwendet wird, um die Bedrohung durch die → Anarchie zu verstärken; bzw. die für Fleischsalat (→ Staat), externe Wirtschaftsmagnaten oder andere Machthabende bedrohliche emanzipatorische Bestrebung größerer Menschenmengen – die viel zu selten aus der Hüfte kommen  zu diffamieren. Aus Empörung dröhnendes Hohngelächter / motiviert schon, bringt frischen Wind in Dunst: / Wie ernst man Ernst nehmen soll, kann ich sagen; / werd’s nicht verraten – Wörter kann man verdrehen. / Worte umzumodeln, muß man nicht lang knobeln. / Grenzen zu schleifen, sollten wir uns befleißen. / Auf freiem Feld die weite Welt gibt’s für kein Geld.

 

Demokratie beginnt damit,
daß man die Bevölkerung höflich fragt, ob sie regiert werden möchte, und bereit ist, dafür Steuern zu zahlen, sich vorschreiben zu lassen, welche Kräuter sie zu sich nehmen und verbreiten darf, und welche – bei trotziger Einnahme unter Inkaufnahme langer Freiheitsstrafen (→ Freiheit) – nicht. Der Großteil der Bevölkerung wird das leider wollen; denn er träumt, er könne sich ja nicht um alles kümmern (→ Verantwortung) und hätte was zu verlieren, wovor ihn die durch den permanenten → Zuschiß präsenten Kasperköppe retten könnten, er müsse nur die richtigen wählen. Keine Wahl haben zu wollen, ist auch eine Wahl (↔ Wahlboykott, → Befreite Gesellschaft).

Ein Moment des Innehaltens während eines Stromausfalls in der Stammkneipe, jemütlich bei Molle und Korn, sollte eigentlich reichen, zu schnallen: Wer „Wahlkämpfe“ führen muß, also vor den Augen des Stimmviehs Unsummen verbrennt, kann kein „Demokrat“ sein, sondern einfach nur ein reiches Arschloch, das mehr Geld braucht, oder ein armes Arschloch, das von reichen Hintermännern benutzt wird. Selbst „mündige Bürger“ sollten das erkennen können. Aber das medial „unterhaltsam“ ausgeschlachtete Offensichtliche beschwichtigt die Lebensangst, Verantwortung (zum Aufstand, → Chaos, → Revolution) zu übernehmen, für sich selbst und die lieben Nächsten. Schließlich möchte man ein ruhiges Wochenende.

Diejenigen, die diesen verantwortungslosen menschenverachtenden Schnickschnack nicht wollen, haben das Recht, sich in selbst gewählten Territorien frei nach Schnauze zu organisieren. Befinden sich unter diesen Soziopathen, werden sie im Rahmen behutsamer Gegengewalt militant auf Abstand gehalten … und besiegt. Isolierung, Einsperrung und Hospitalisierung sind in einer → Befreiten Gesellschaft nicht möglich.

 

Drogen fokussieren,
jedenfalls die besseren, ohne allzu viel auszublenden, was Konsequenzen hat, → Befreite Gesellschaft. „Bewußtseinserweiterung“ hingegen ist ein zwischenmenschlicher Prozeß, der leider individuell bleibt, weil er sich schlecht mitteilt, es sei denn indoktrinär, was gegen den → Gesunden Menschenverstand spricht. Klare Gedanken zu fassen kann nicht schaden, können notfalls auch dumme sein, → Rache. Die Apokalypse
/ war noch nie so im Schwange / wie die anhaltende Drogenplage. / Wer verdient daran? / Was kostet eine Zigarette? / Die Pillen wider Willen? / Entwöhnung im Krankenbette? / Wie teuer ist der Entzug? / Wer bezahlt den Jogginganzug? / Den zieh ich von der Steuer ab. (→ Staat) Fokussierung gibt Einblick in das → Pantheon, führt aber leider nicht direkt zu → Kontelligenz. Betäubung ist Fokussierung zu einem bestimmten Zweck, das sollte man nicht vergessen. Das Vergessen jedoch dient der → Entfremdung, Erinnerung nicht unbedingt der Aufklärung.

 

Eigentum: Allen gehört
alles, ausgenommen Dinge des täglichen persönlichen Bedarfs. Privat- und Staatseigentum sind immer Diebstahl, Entzug, Vorenthaltung. Wer unbedingt auf „eigenem“ Land ackern oder eine Klitsche bewirtschaften will, kann pachten. Die Pacht geht an die Gemeinschaft, die viel gutzumachen hat: Schließlich gehört auch der an der Erde über Jahrtausende angerichtete Schaden allen. Provisionen, Margen, Rendite und Profite sind keine Verdienste, sondern Diebstahl, meist sogar Raub, also mit staatlicher und/oder privatwirtschaftlicher Macht erzwungen. Kapitalistisches Eigentum entpflichtet, dient dem Finanzmarkt, also sich selbst, und bewirkt den Tod der Überflüssigen im Fortschritt des Wachstumswahns (→ Wachstum). Wie Fontane schon rausfand: „Tand, Tand, / Ist das Gebilde von Menschenhand!“[7]
Kritik an Eigentum läßt sich allerdings auch noch verkaufen und zu Eigentum ummünzen, solange sie nicht als Aufstand, Umsturz und Vergesellschaftung stattfindet. – Eigentliches Eigentum ist das Eigentümliche
eines Menschen, seine spezielle Begabung, nicht etwa sein talentfreier materieller „Besitz“.

 

Emanzipation: Die Forderung
der Französischen Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ war nicht präzise formuliert. Gemeint war Befreiung (→ Freiheit) vom feudalen Joch, Chancengleichheit und Solidarität. Neben dem Versagen emanzipatorischer Kräfte im eigentlichen Interessenkonflikt führte auch die schwammige Formulierung zur Legitimierung von Unterdrückung und Ausbeutung durch bürgerliche Führungskräfte. Die bis 1848 legal aus Nantes, Bordeaux und anderen Umschlaghäfen fahrenden Sklavenschiffe hießen u. a. „Liberté“, „Égalité“ und „Fraternité“.
Emanzipatorische Bestrebungen gelten der Realisation der ursprünglichen Intention. Die Fixierung des Begriffs Emanzipation auf die weibliche Emanzipation gegenüber dem Patriarchat war vorerst der Erschließung von neuen Absatzmärkten geschuldet („Torches of Freedom“, Minirock, Emma, Aerobic, Fitness, Wellness usw.), führte in Folge zur Erringung von Macht- bzw. Herrschaftspositionen („Quote“, Gleichstellung, → Geschlechtergerechte Sprache), was zwar gerecht aber ungerecht ist. Den regierten Lohnsklaven kann es egal sein, ob sie von Frau oder Mann gegängelt, unterdrückt und ausgebeutet werden – sie haben schließlich keine Wahl, → Demokratie. In diesem Zusammenhang gebe ich zu bedenken, daß man sich seine Geschwister nicht aussuchen kann; in meinem fortgeschrittenen Alter muß ich leider auch bekennen: nicht mal seine Freunde.  Von denen man sich meinungsverschiedentlich ebenfalls gelegentlich emanzipieren sollte.

 

Entfremdung: Angestrebtes
Ergebnis im kapitalistischen Unterbutterungsprozeß, in dem es gilt, Menschen von Selbstfindung und etwaiger Bestimmung abzuhalten; gebraucht werden sie lediglich als Lohnsklaven und Konsumenten, zu deren Unterhaltung Minimalversorgung inklusive Konsumausgaben reichen (→ Werbung und → Zuschiß), die idealerweise die Ausgaben auffressen sollten, und somit als Motivation für die Akzeptanz weiterer Minimalversorgung dienen, die weiteres Menschenmaterial motiviert, Minimalversorgung zu unterbieten. Schlimmer geht’s immer, → Reale Existenz. Aber nicht mehr lange.

 

Entschuldigung ist im Prinzip
durch Entschuldung möglich, wenn
das Kamel durchs Nadelöhr paßt, → Rache. Schuld ist, was auf dich zukommt, also Zukunft, der man mit allem Vernommenen, also Vernunft, begegnen sollte, → Gunst der Stunde. Probleme sind Zuhören, Aufhorchen, Verstehen, Einlenken und Wenden. Im Dienst an der Sache ist Sturheit relativ … sinnvoll.

 

Extreme gibt’s rechte
und „linke“: Rechte sind Rassisten, Nationalisten, Faschisten und andere Autoritäre (früher „Ultras“ genannt, heute auch gerne „Wertkonservative“); Linksextreme sind Stalinisten, Maoisten, Dschutsche-Knechte (Kim Il Sung-Anhänger) und weitere  utoritäre (heute „Gestrige“ genannt, zunehmend aber auch „Ultras“). Die Bezeichnung „Ultras“ wurde in den letzten 20 Jahren für (gegen-) gewalttätige Fußballfans benutzt, seit Dezember 2018 jedoch auch für regierungskritische Franzosen („Ultra-Volk“), → Gewalttäter aus den Vororten. Extreme oder „Ultras“ in Machtpositionen werden diffamierenderweise „Falken“[8] genannt, → Populismus.

 

Flitz ist negativer
(helltönend nervender oder Sopran- bzw. Tenor-) → Pfiff, oft induziertdurch Systempropaganda, hat auf den ersten Blick und Schalldruck einen gewissen schrägen Charme, auf den der Schatten der Verbohrtheit fällt, schon auf den zweiten enthüllt sich jedoch die flitzinterne Witzlosigkeit und geistige Unflexibilität; wie jede fixe Idee zerbricht Flitz letztlich seinen Wirt, wenn er nicht schon in den Alltagswirren vorzeitig tot umfällt, oder heldenhaft in Kriegen verreckt. Flitz ist nicht mit Sturheit zu verwechseln, diese ist Beharrlichkeit im Dienste der Sache → Befreite Gesellschaft (→ Entschuldigung), die komisch rumkommen kann. Bassflitz heißt → Bumms.

 

Freiheit ist
irrationaler (in unserem spätkapitalistischen Falle „neoromantischer“) Quatsch (→ Humor), der wichtige Prozeß der sozialen → Emanzipation ist die Befreiung (→ Befreite Gesellschaft). Konsequente „Freiheit“ wäre „Allmacht“, die in Herrschaftslosigkeit (→ Anarchie) keinen Sinn macht. Falls sich Pubertierende zu solchen Irrungen aufschwingen, sollte man sie „arbeitsdemokratisch“ (→ Arbeitsdemokratie) motivieren, sich sexuell – notfalls manuell, organell oder sonstwie orginell – einzukriegen, die „Erziehungsberechtigten“ und sonstigen „Erwachsenen“ natürlich auch. Allmachtphantasien sind auf → Entfremdung und sonstige Behinderung zurückzuführen, und sollten als solche therapiert werden. Freiheit in der Popkultur ist Kitsch, im → Populismus übelster Irrationalismus.

 

Geschlechtergerechte
Sprache:

Eine große Herausforderung, steht auch auf meiner Wunschliste, aber: Alles muß man selber machen. Im folgenden gebe ich zwei Beispiele, sowie einiges zu bedenken und in Zweifel zu ziehen.
Das am 23. Mai 1949 vom Stapel gelassene und seither immer wieder geänderte Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland beginnt mit einer Präambel, deren erster Furz lautet: „Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, / von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“ Erörtern wir vorab kurz die ersten drei Bedeutungsschwämme und restlichen Blasen dieser leeren Versprechung:

1.) Welches „Bewußtsein“? Das fokussierte gepflegten Drogenkonsums (→ Drogen), das kalkulierende machtbewußten Marktüberblicks, oder gar Bewußtsein im philosophischen Sinne? Welcher staatstragenden Philosophie folgend? Unterstützt die „Liebe zur Weisheit“ kein politisches System, ist sie keine „Philosophie“. „Weisheit“ ist exklusiv,„Wissen“ rational bemüht, → Witz hingegen emanzipativ. „Philosophie“ kann bestenfalls Stein des Anstoßes zur Insurrektion sein, also zu → Anarchie und → Chaos.

2.) Über „Verantwortung“ politischer Institutionen (→ Politik), die sich hier in durch nichts zu rechtfertigende Weise durch das „Deutsche Volk“ (Was auch immer das sein soll; ich als gebürtiger „Bürger der Deutschen Demokratischen Republik“ [PA: A 1003480] und „Reservist der Nationalen Volksarmee“ [EM: 11 01 56 4 0024 8] gehöre jedenfalls nicht dazu.) autorisieren lassen, müssen wir nicht räsonieren.

3.) Welcher „Gott“? Das „Gott“ ist ein mit irgendwelchen Flüssigkeiten begossenes Idol heidnischer Zeit; sagen wir lieber „vormonotheistischer“ Zeit, denn das „Heidnische“ hört niemals auf. Was also unterscheidet Rapunzel, Rübezahl, den Gestiefelten Kater und andere Gespinste der Naturbeseeltheit – olle „Deadly Orgon“ Rumpelstilzchen, dem übel mitgespielt wurde, jetzt mal ausgenommen – von den Budenzauberern christlichen und sonstigen monotheistischen Bekehrungswillens? Richtig, der Wille zur Vernichtung „Ungläubiger“ und zur Indoktrination der → Seele, die bisher nicht innerhalb äußeren Scheins menschlichen Daseins lokalisiert wurde.

In Äther, Aura, Od, Fluidum, Miasma, Orgon bzw. Deadly Orgone Radiation usw. – kurz: der Atmosphäre, speziell dem Wasserdampf (aber auch dem Süßwasser und dem Meereswasser selber) und dem Magnetfeld – ist alles gespeichert, was → Seele genannt werden könnte, und was jede einzelne von ihnen im Verlauf jedes verdammten Lebenszyklus’ angerichtet hat, und zwar nicht spekulativ, sondern faktisch. Die Kommunikation der Betroffenen und Cleaner untereinander mit Hilfe von Botenstoffen (Pheromonen und Allelochemikalien) klappt im Gegensatz zur digitalen „künstlichen Intelligenz“ bestens (→ Kontelligenz), weil die Stromversorgung durch Sonnenenergie, Erdwärme und Spaltprozesse gewährleistet ist.

Vom Frieden in Europa – und zu einem „Europa“ überhaupt – rate ich ab. „Frieden“ ist „Fried“, „Einfriedung“; nach innen Geborgenheit und Schmoren in eigenen Saft, nach außen Abschottung, Wall, Zaun, Grenze. Europa, dieser Zipfel an Asien, ist benannt nach einer jungen Frau, die von einem „Göttervater“ betrogen, entführt und mißbraucht wurde, wollt ihr das weiterhin feiern? In ganz Pazilantis und mitten in der „Welt“? Dem Zeitalter der Männer? Dann lieber Krieg dem Patriarchat, jeglicher Hierarchie und natürlich dem Fleischsalat, wenn es sein muß, mit Gegengewalt. – Jetzt erscheint auch der „Weltfrieden“ in einem anderen Licht.

Eingedenk obiger Einwürfe lautet der erste Satz der Präambel – leicht überholt, behutsam gekürzt und geschlechtergerecht gemacht – jetzt: „Verantwortlich vor Prinzessin auf Erbse sowie Mensch allgemein und willens, als Kitzler gleichberechtigt Pazilantis zu nützen, hat Volk beschlossen, folgend Furz zu lassen.“ Man merkt schon, man/frau/divers bzw. andersrum und meinetwegen geschüttelt mußauch geschlechtergerecht denken und sprechen wollen und können.

Ein weiteres Beispiel aus der Basisflatulenz („Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“; „Die Grundrechte“, Artikel 1): „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Steht wie eine Eiche. – Allein, welche Würde ist gemeint? Ehrwürden, Hochwürden, Amt und Würden? Die in „Würde“ vor sich hin darbenden Hartzer? Würde ist ein Status – eine „Wert“-Stellung – in einer → Hierarchie. Die eigentliche Bedeutung dieser Floskel ist: STATUS WIRD MIT GEWALT DURCH STAAT GESCHÜTZT. Dieses Resümee ist geschlechtergerecht – aber schlecht. Dagegen kann man etwas tun. Allerdings nicht mit einer „Sexuellen Revolution“, die in den letzten fünfzig Jahren lediglich dazu gedient hat, eine jeweilige Haut besser zu Markte zu tragen. Tätowierungen, die früher eine magische (→ Magie) Bedeutung hatten, bilden zusammen mit Markenklamotten und „Premium“ Kommunikationsmitteln, die Stuß verbreiten, den Körperpanzer für den
täglichen Konkurrenzkampf. Die Mutigsten versuchen, sich mit teuren Handtaschen vor Angstattacken zu wappnen, aber die Panik in den Augen der Passagiere spricht Bände. In Darmstadt und Dortmund, also von vorn und hinten.

 

Gesunder
Menschenverstand:
Minimalkonsens der → Kontelligenz, Syndrom schwieriger Stationen menschlicher moralischer Überlieferung; eigentlich wissen alle Bescheid, und sind in der Lage, Verbrechen und Tatzusammenhänge beim Namen nennen und zum Nutzen der Gesellschaft abzuwenden, aber immer sprechen temporäre Zwänge dagegen. So entsteht ein Tätervolk (↔ „Ultra-Volk“, → Extreme), dieses folgt dann nach Seelenabgabe (→ Seele) dem kranken Menschenverstand, bis es durch Gegengewalt geschlagen wird, wie jeder weiß … kann es so nicht ewig weitergehen.

Die „Empörung“ über Ungerechtigkeit (→ Rache) als Motor des gesundenMenschenverstandes wurde von Max Stirner aufs Tapet gewuchtet und von Michail Alexandrowitsch angekurbelt. Ansonsten waren die beiden, wie viele andere Anarchisten ebenso, Patienten ihrer Zeit, genauso wie unsere zeitgenössischen „politisch korrekten“ Arschlöcher auch, die allerdings keine Verdienste an der Sache der → Anarchie vorzuweisen haben.
Gewissen ist Anwesenheit gesunden Menschenverstandes – „Everybody knows the secret, everybody knows the score“[9]. Abwesenheit gesunden Menschenverstandes nennt man → Politik, siehe auch → Pferdefuß.

 

Gewalt maßt sich Fleischsalat an (→ Staat, → Geschlechtergerechte Sprache). Gegengewalt dient der Verteidigung, Selbstbehauptung und Befreiung (→ Befreite Gesellschaft). Jemand, der „waltet“, übt → Macht aus, oder → Magie. Die Gewaltfrage wir auch in Zukunft (→ Raumfahrt) ständig neu zu stellen sein.

 

Gewalttäter aus den Vororten: Am 1. 12. 2018 standen in Paris 5.500 Demonstranten 5.000 → Bütteln gegenüber, das ehemalige Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete: „An der Eskalation der Situation sollen sich Beobachtern zufolge linksextreme Gruppen genauso beteiligt haben wie rechtsextreme Gruppen und Gewalttäter aus den Vororten. Unter den Verhafteten befinden sich laut Innenminister Christophe Castaner jedoch auch viele normale Demonstranten, die sich von Randgruppen anstacheln ließen. Insgesamt wurden laut Innenminister Castaner 3000 Randalierer identifiziert. Die Randalierer würden vor Gericht gestellt, warnte Präsident Emmanuel Macron.“[10] – Richtig, von fünfeinhalb Staatsbürgern sollte man mindestens drei vor Gericht stellen. Das ist eine demokratische Quote. „Gewalttäter aus den Vororten“ ist also eine qualitätsjournalistische Umschreibung für Demonstranten, die nicht in urbanen Zentren wohnen. Warum, weiß ich wiederum, nämlich: weil sie es sich finanziell nicht leisten können bzw. von dort verdrängt wurden, weil sie es sich nicht mehr leisten konnten, dort weiterhin zu leben. Oder weggezogen sind, weil sie die arrogante Selbstgerechtigkeit „bessergestellter“ Zugezogener ankotzt. – Guter Name für eine junge aufstrebende (sich empörende) Band, die eine solide Grundunzufriedenheit pflegt. Up the Pinks! Against Resident Reptiles![11] – Achtung, richtig gefährlich sind Insassen von „Problemzonen“ zwischen Vorstadt und Speckgürtel.

 

Die Gunst der Stunde muß augenblicklich genutzt werden. Erleben ist immer das „eigentliche“ Erleben. Mehr kommt nicht, du wirst dich danach sehnen. Zurückhaltung gilt → Pferdefuß. Verdrängung dient der Unterbrechung von Aufarbeitung, die ansteht und sich nicht aufheben läßt, in diesem Leben nicht und keinem weiteren. – Augenblick einzufangen, / heißt nicht, Moment zu unterjochen; / im Nu lauert Beweggrund. (↔ „Seinsgrund“, → Anschiß)

 

Herrschaft: Machtausübung (→ Macht), patriarchalisches System zum Zweck von Unterdrückung und Ausbeutung anderer Menschentiere, mittlerweile auf dem Wege der geschlechtlichen Gleichberechtigung („Parität“, „Quote“). Margaret Thatcher, Condoleezza Rice, Angela Merkel, Sahra Wagenknecht, Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch usw. usf. sind Täter* (sprich: „Sternchen“), → Hierarchie und → Rache. Machtausübung zahlt sich aus und wird zurückgezahlt.

 

Hierarchie: Irrationales Herrschaftsgefüge, neuerdings „demokratisiert“ (→ Demokratie) und „gegendert“ (→ Geschlechtergerechte Sprache): im Grunde der sog. militärische, industrielle und wissenschaftliche Komplex, der sich „Weltmacht“ anmaßt. Pro forma in verschiedene politische Lager gespalten, was die Kontrolle über möglichst viele gar nicht so unterschiedliche Untertanen garantiert. Viele deutsche Nachnamen stellen den jeweiligen Status in der feudalistischen und bürgerlichen Ausbeutungsordnung dar: Adel, geadelte Bürger, Beamte, Handwerker, teure und billige jüdische Namen, Ekelnamen, Knechte, Leibeigene, Tributpflichtige. In der → Befreiten Gesellschaft steht also eine – möglichst witzige (→ Humor) – Namensreform an. Dazu später mehr.

 

Humor: Rationaler, lebensbejahender Quatsch, dient der Konfrontation, Infragestellung und Nichtung von Entfremdung. Steckt unter einer Decke mit dem → Gesunden Menschenverstand. Das Orgon der Kommunikation. Im Sinne der Aufklärung darf von keinem Komiker verraten werden, wo der Spaß aufhört. Im Zuge der → Emanzipation altert Humor – „Unser Witz, aus Glas gekerbet, / Wie der Blitz ist er zerscherbet.“[12] –, kann aber künftigen Zeitgenossen durch → Kontelligenz erschlossen werden; d. h. in einer → Befreiten Gesellschaft wird zumindest den historisch interessierten Leuten Humor wahrscheinlich ebenso geläufig sein wie das Wortgeschlecht, muß aber nicht – nichts „muß“, geschweige denn ein „ß“, oder gar Gitarrengequietsch, Blasorchestergehupe und anderes Ewiggestriges. So ganz ohne → Entfremdung wird Humor wahrscheinlich schlüpfriger und menschenverachtender (gut, gut, man kann es auch „speziesverarschender“ nennen), nicht jedoch zynisch: Zynismus ist eine Sackgasse privat- und staatskapitalistischen Humors. Dagegen half bisher → Pfiff.

 

Kommerz ist ein Schimpfwort für auf → Zuschiß getrimmte, und somit vergeudete, Kulturarbeit. Geht immer mit belästigender → Werbung einher. Herzstücke des Kommerzes sind neben Kitsch (→ Freiheit), „Schmutz und Schund“ (Feuilleton, Apothekenkurier, Groschenliteratur), sowie – abgesehen von Blödzeitung, Schlager, Gangsterrap, Deutschrock, → Poetry Slam und Internetscheiß – der Personalausweis und die Arbeitserlaubnis, möglichst die abgelehnte. Arbeit leisten Lohnsklaven aus den Vorstädten (→ Gewalttäter aus den Vororten) und ärmeren Nachbarländern: Vergeudung von Arbeitskraft / ist tolerabel, aber blamabel / für eine Gesellschaft, / die nur anschafft. Kommerz ist Prostitution ohne – wobei das nicht sicher ist, man steckt ja nicht drin – Orgasmus, hinterläßt das Scheingefühl von Trauer, die nur durch weiteren Konsum kompensiert werden kann: sog. „Britpop“ (der 2., 3., 4. Schule; noch schlimmer natürlich die 2., 3., 4. „Hamburger Schule“), die untröstliche Lana Del Rey oder die verzweifelte 2raumwohnung in den Prenzlauer Berg Arkaden. Aufmüpfigkeit und Untertanengeist geben sich die Klinke in die Hand. Komplex darf sie sein, die Literatur, aber rocken muß sie, und zwar haarsträubend, und das von Haus aus, das keinen Namen tragen darf, der einem „mündigen Bürger“ oder gar „Bürger in Uniform“ bekannt vorkommen könnte. Ausnahmen bestätigen keine Regel.

 

Kontelligenz: Im Gegensatz zu Intelligenz die Eigenschaft der Lebewesen, nicht nur zum eigenen Nutzen zu unterscheiden (→ Politik), sondern auch die Zusammenhänge nützlichen Handelns zu bedenken und zum Nutzen aller Beteiligten anzuwenden, → Befreite Gesellschaft. Das Denken von Ernst Fuhrmann ist als „Biosophie“ (→ Arbeitsdemokratie) verschrien, war aber ein fortgeschrittener Entwurf der Kontelligenz. „Künstliche Intelligenz“ hingegen ist sowas wie „humane Menschlichkeit“, der Notgedrungenheit entgegentritt; notfalls mit Gegengewalt, → Macht, → Magie und Kontelligenz.

 

Linksradikale – also Anarchisten, Rätekommunisten und Basisdemokraten – sind vielleicht nichtdas letzte Wort der Strebung zur → Befreiten Gesellschaft, aber ein guter Anfang gewesen, der sich hinschleppt.

 

Macht: Das Wort bedeutete in den alten Sprachen 1.) „etwas (mit den Händen) machen, formen“, töpfern zum Beispiel; 2.) „etwas (mit den Händen) abwehren oder beschwören“, also → Magie. Im Verlauf (und Zerfall) des Patriarchats bekommt in sich ausdifferenzierenden Sprachen das Wort (z. B. das gotische „magan“) die Bedeutung „Vermögen, Fertigkeit, Spezialität, Vorrecht“; und zwar das Vorrecht zur „Machtausübung“, also Herrschaft, um Unterdrückung und Ausbeutung zu bewerkstelligen. Macht ermöglicht, jemanden zu zwingen, etwas für dich (Arschloch) ungerechtfertigt zu tun. Jegliche → Politik dient zuerst dem Machterhalt, dann erst irgendwelchen (leeren) Versprechungen. Macht ist grundsätzlich unnütz für den Erhalt symbiotischer Gemeinschaft.

 

Magie: Taugende→ Macht, entweder lebensbejahend bzw. sterbensverneinend oder umgekehrt (kreuzweise variierbar: Äther ↔ Bleifuß, Fluidum ↔ Miasma, Od ↔ Ob bzw. → Bumms, Orgon ↔ Radium, Aura ↔ Elektrosmog). Tugend ist für die Gemeinschaft nützlich, leider selten angewandt. Nutzen dient dem Erhalt symbiotischer Gemeinschaft, Expansion im Rahmen nachwachsender Ressourcen. Durch entfremdete Patienten angestrebte (soziale) Verwandlung ist durch individuellen Tod realisierbar; da können Helferinnen und Helden noch so sehr auf Maden rumkauen, sich psychotrope Substanzen (→ Drogen) einpfeifen, Phänomene zurechtbrezeln und auf Nebenwirkungen scheißen. Magie ist und bleibt weites Feld, dichter Wald, ohne Substanzen kaum realisierbar. Im weiten Raum (→ Raumfahrt) allerdings weiß man nicht, ob vielleicht doch, → Pfiff. Wie sagte Eduard Douwes Dekker immer? Richtig: „Wer viel trägt, verträgt viel.“ Woraufhin Ichweißnichtmehr in schöner Regelmäßigkeit entgegnete: „Nur der Verwandelte verwandelt.“ Ich kann es nicht mehr hören.

 

Pantheon bist du selber. „Mit Mensch kannst du mich jagen“, sagte Herr Korbes[13], „mit Tier, Nadel und Stein erst recht“, das waren seine letzten Worte, und schon war er tot, der Mann von nebenan, hingestreckt von Butzemann[14], übrigens ein überzeugter → Veganer. Götter sind nichts besonderes, schlimmstenfalls bedrückende Hirngespinste (→ Flitz), etwas mehr oder weniger nichts besonderes sind Halbgötter, Stars und Idole. Naturgeister – wie Sonnenwind, Photosynthese, Vegetation, Rhythmus, Animalität, Wetter, Arrhythmie, Mondfinsternis, Morgentau usw. – allerdings sind mitwirkende, oft auch leidende bzw. mitleidende, Teilhaber am menschlichen Tun, und gefälligst zu beschwichtigen, und zwar durch Einsatz aller zur Verfügung stehenden Kräfte, und seien es Opfer, zumindest stellvertretende Opfer. Büßen werden die Isländer für die Ausschlachtung ihrer Naturgeister als Touristenattraktion, → Kommerz. Benennungen und Beschreibungen der Naturgeister (oft versteckt in erstunkenen „Nationalepen“) sind Glanzleistungen menschlicher Kreativität, im Gegensatz zur Glorifizierung sog. „künstlicher Intelligenz“, die sich in den Schwanz beißt.

 

Pferdefuß: Aufwallung lebensfeindlicher Energie („emotionelle Pest“; Geiz, Neid, Eifersucht, Gier, Machtstreben usw. – kurz „Gehässigkeit“), peinlich, aber nicht wegzuleugnen. Läßt sich mit → Magie zu Abwehrzauber umformen. Psychische Stauungen und physische Blähungen können Pferdefuß bewirken; für Abfuhr sorgen, Arsch mit links abwischen. Darin jedenfalls sind sich Frau Holle und Rumpelstilzchen einig, → Pantheon. Den sich im zwischenmenschlichen austobenden Pferdefuß möglichst auf die gesellschaftliche Gesamtscheiße konzentrieren, revolutionär umlenken und emanzipatorisch anwenden. Bezeichnenderweise haben Menschen für Benennung und Beschreibung des Wirkens „böser“ (intelligenter) Naturgeister, Dämonen genannt, weit mehr Energie und Ideengewitter aufgewandt, als für die Einwände kontelligenter Elfen: // Die Gunst der Woge ist Gischt / – bis die Brunst einst erlischt. // Ist die Gicht erst entfacht, / hat sich die Woge erledigt. // Nach vollstreckter Absonderung / braucht kein Mensch mehr Gunst.

 

Pfiff ist der Gipfel des Witzes, trefftriefender, situationsbezogener → Humor; trotz Zeitgeist generationsübergreifend, zukunftsweisend, kompetenz- und statuskritisch, oft schlüpfrig, nicht nur im sexuellen Sinne, mehr im persönlichen, überpersönlichen und speziesübergreifenden: „Wenn du überhaupt / nach Hause kommst, / mach bloß ein Faß auf, / dringender ist der Durst. // Ist der Pfiff zu dünn, / werden Würmer wach; / bleibt der Pfiff im Halse, / schnell raus aus der Hose. // Aus gellendem Blech / wird Draht gezogen – / verlötet und umgebogen / von Autoritär auf Schlupf. // Das Getriebe kracht, / ein Anfang ist gemacht: / Aus Hohenstolz[15] / sprießt Käsetraut[16]“. So jedenfalls lautet das erste niederschmetternde Kapitel des pfiffbezüglichen Leitfadens von Sepp Fernstaub in Papenfuß’ Sketchprüfer. Das Gegenteil des Pfiffes ist → Flitz. Dumpfer Pfiff heißt → Bumms.

 

Poetry Slam:
Wettbewerbsorientierte Präsentation von Literatur, keine eigentliche Literaturolympiade, sondern die Übertragung kapitalistischen Konkurrenzkampfes ins Kulturschaffen. Wer die meisten Lacher hat, steigt in die nächste Preisliga auf und kann damit rechnen, bald schon im Deutschen Beschwichtigungs-Kab’rett (→ Zuschiß) aufzutreten. Lachen ist nicht nur gesund, sondern auch dumm, aber es gibt ein befreiendes Lachen, nachdem es eine Weile im Hals stecken geblieben ist. Ansätze von sozialer Kenntlichkeit können weggekichert werden; soziale Brisanz macht sprachlos, bevor sie das Problem realisiert, erst dann bricht sie aus, meinetwegen auch in ein befreiendes Lachen: mindestens das. Längst nachdem der Autor das Podium verlassen hat. So witzig wie Quirinus Kuhlmann, Max Stirner oder Welimir Chlebnikow sind die heutigen Kinder der Otter
[17] aber leider nicht, → Pfiff. Staatlich anerkannte und massenmedial präsente Literatur war schon immer → Flitz und → Bumms.

 

Politik: Nachweislich die falsche Methode, die Belange der Produktion, Distribution, Konsumption und Kommunikation der Menschen zu organisieren, wie die Geschichte der letzten 5.000 Jahre zeigt, die sich auch in der – immer politischen – Geschichtsschreibung niederschlägt; und im zeitgenössischen Journalismus (→ Zuschiß), der eigentlich der Politik dient, aber nicht so ganz – es gibt Ausnahmen (jedenfalls eine: Helmut Höge), → Reportage. Der Trägheit der Sprachentwicklung geschuldet, wird anarchistisches bzw. linksradikales soziales Engagement wohl noch längere Zeit auch als „Politik“ bezeichnet werden, → Arbeitsdemokratie. Schneller geht’s ehm nich’, wenn man auf’n läng’ren Weg is’.

 

Populismus: Das schlechte Gewissen über die grassierende materielle und rechtliche Ungleichheit in unserer Ungesellschaft führt zu guten Manieren im zwischenmenschlichen Umgang, die Feigheit vor Widerworten und Zuwiderhandlungen erzeugt verlogene Höflichkeit, aber auch politische Korrektheit und Untertänigkeit vor dem → Zuschiß. „Danke, daß Sie bei uns waren.“ – „Danke, daß ich bei Ihnen sein durfte.“ – Ich kann’s nicht mehr hören, dieses Euro-Geklingel und Aufmerksamkeitsgewinsel. „Nein, ich mag (→ Macht, → Magie) Dir nicht den Joghurt rübergeben, ich gebe ihn Dir einfach.“ Hauptsache, der Rubel rollt, das Öl fließt und alles ist gut.
Populismus ist Politik, die noch etwas trashiger als das übliche Medienspektakel rüberkommt. Die Ächtung des – wahlweise unmotiviert „rechtsradikal“, linksextrem, rechtsextrem oder linksradikal genannten – Populismus dient dazu, jegliche kritische Meinungsäußerung innerhalb des politischen Systems als populistisch zu denunzieren, um angeblich die Interessen der „Mitte“ zu vertreten; was für Arschlöcher die nun wieder sein mögen, sie zahlen jedenfalls die Steuern, die den Fleischsalat (→ Staat) am Leben halten, wird behauptet. Großverdiener natürlich nicht; aber Ruhm[18] und Reichtum sind schwere psychische Erkrankungen, an denen noch viel zu viele vor unser aller Augen leiden – das muß nicht sein, damit beschäftigen wir uns ein andermal. Populisten wollen Heilslehren verkaufen, um daran zu verdienen. Schuld am Zulauf zu solchen Geschäftsmodellen ist das „Ultra-Volk“ (→ Extreme), das auf solche Parolen reinfällt, weil es die Zusammenhänge (→ Kontelligenz) nicht schnallt. Die Kehrseite des → Zuschiß ist Verschwörungstheorie: „Die Regierten sind gegen sich selbst verschworen.“[19] Ich will mich hier nicht mit irgendwelchen dahergelaufenen „populistischen“ Idioten auseinandersetzen, und fang ich lieber mit mir an: Als greiser Stiesel erwarte ich nicht, daß viele meinen moralisierenden Groll teilen, geschweige den schroffen Humor meiner literarischen Elaborate. Undenkbar, daß Wörter wie „Schranzen“, „Bonzen“, „Büttel“ usw. wieder in den Volksmund dringen, ich wollte lediglich daran erinnern, daß wir Wörter haben, diesen „Abschaum“ und „Abhub“ der Bevölkerung zu bezeichnen, möglichst uneuphemistisch und ohne Tiere zu beleidigen. Mein Auftrag ist, Anarchie in den Kulturbetrieb zu schleusen, vom Rande her einwirkend. Soviel kann ich rückblickend schon mal verraten. Das ist mein „Populismus“. Ich will nichts verkaufen, im Gegenteil.

 

Privileg: Sonderstatus in einer → Hierarchie, meist verknüpft mit der (sinnlosen) Hoffnung auf Statuserhöhung. Mein Kollege Kriegfried[20] Butzmann kommentierte das Ende seiner Literaturbeamtenlaufbahn folgendermaßen lyrisch (und zynisch, → Humor): „Auf dem Weg ins Leichenschauhaus / sehen alle Straßen gleich aus. / Du mußt über den Acker machen / und als letzter lachen.“ Da hatte der Tumor schon gesiegt. Von Haus aus ein schlimmer Finger, aber andersrum auch ein Ringer gegen Vorurteile: Kriegfried, du fehlst mir, / Butzmann nicht so sehr. / „Sind die Frauen aus dem Haus, / mach dir ’ne Flasche Bier auf. / Is’ das Bier aus der Flasche raus, / mußt du dir was ausdenken.“ – / Als Mutti früh auf Arbeit ging, / war Macht aus dem Haus. / Seit sie im Vorstand sitzt, / fehlt mir die Motivation. – / Ich halte mich an Regeln, / Deserteure sind immer / mutiger als Autoritäre / in ihren Schlupflöchern, / sich nach Liebe sehnend: / „Love is like a fart, / if you gotta force it, / it’s probably shit.“[21] / Hat Kriegfried rausgefunden, / immerhin, nicht mal das, / stand ja im Feuilleton, / Butzmann war es egal. / Witz schlägt Vorurteil. / Trübt das Wässerchen. (→ Pantheon bzw. → Pferdefuß)

 

Rache: Kehrseitenimpuls von Ohnmacht, Konsequenz aus Erniedrigung, Unterdrückung und Ausbeutung; im Volksmund auch „dumme Gedanken“ genannt. Rache ist keine schöne Sache, bringt Gewichtungen ins Lot. Wer Lebensqualität vorenthält (Bildungspolitik, Steuern, Mieten usw.) und Leben stiehlt (mangelnde Gesundheitsversorgung, Rentenpolitik usw.) und nimmt (Gewaltmonopol des Staates, Polizeieinsätze, Kriegführung usw.), muß damit rechnen, daß die betroffenen „Erniedrigten und Beleidigten“ Rache nehmen, zumal sie in der hochprozentigen Überzahl sind. Die Freude an der Rache ist keine klammheimliche, sondern Blutwurst (↔ Fleischsalat, → Staat). Die große Mehrheit der Weltbevölkerung freut sich über den gegengewaltsamen Tod der politisch Verantwortlichen für ihr Darben. Nicht alle Menschen müssen unbedingt leben, / es reicht in vielen Fällen auch, / wenn sie tot sind. → Verletzungen schlagen zurück.

 

Radikale gibt’s nur linke; die Wurzel des Übels, also Unterdrückung und Ausbeutung von Ungleicheren durch Ungleiche, wird von rechten „Systemkritikern“ nicht hinterfragt, im Gegenteil, die sind Feinde einer → Befreiten Gesellschaft, man könnte ihnen ja Frauen, Autos und überhaupt die Butter vom Brot nehmen.

 

Raumfahrt: Der Stand der augenblicklichen Kosmostechnologie ist ein Armutszeugnis, solange sie auf die von Militärtechnik verschlungenen Ressourcen verzichten muß, und auf die innovativen Ideen „bildungsfern“ gehaltener „Schichten“, die gelegentlich – mehr oder weniger willentlich – umschlagen (→ Magie). Raumfahrt dient sowohl der Erkundung (Exploration) ferner Weiten als auch der Entsendung (Expedition) störenden Personals.

 

Reale Existenz:
Als „real existierender Sozialismus“ wurde seit Anfang der 1970er Jahre die Gesellschaftsordnung in den durch die Sowjetunion dominierten Ländern bezeichnet, im Unterschied zu den anderen sozialistischen Ländern China, Albanien und Jugoslawien, deren soziale Praxis vom sowjetischen Modell abwich. Im Volksmund wurde fortab der Alltag in der Mangelwirtschaft „reale Existenz“ genannt, und bot Anlaß zu vielen Scherzen. Rückschauend nennt man die in diesen
als auch jenen Ländern praktizierte gesellschaftliche Organisationsform nicht ganz unrichtig „Nominalsozialismus“.
Analog dazu leben wir seit dem „Untergang des Kommunismus“ in einer „real existierenden Demokratie“, im Vergleich zu der als „Demokratie“ getarnten „Autokratie“ Putins und anderer Konsorten, die nicht in der Lage sind, einen anständigen Wahlkampf zu führen. Rückblickend wird man diese Epoche „Nominaldemokratie“ nennen. – Das „Wirklichsein“ (→ Gunst der Stunde) läßt auf sich warten, wenn man es nicht rauskitzelt, in die Wege leitet und mitteilt, nicht etwa um es „aufzuheben“, sondern aufzuheben, und endlich anzuwenden.

 

Reportage wurde früher meist Roman genannt, / das Genre besteht, seit nun schon 1000 Jahren, / aus oberflächlich moralisierenden Anekdoten / in möglichst einfacher Sprache, später ungereimt. / James Joyce war eine Ausnahme. Im Unterschied / zur Berichterstattung – also: Schöpfungsmythos, / Heldenepos, Minnesang, Moritat, Stimmungsbild, / Betroffenheitslyrik, Agitprop, zuletzt Open Mike – / befaßt sich postchiliastische Reportage, speziell / an die Tradition von Samuel Beckett anknüpfend, / mit Seelenzuständen verschiedener Menschentiere* / und ihrer Mitlebewesen, auch der ausgestorbenen. / Reportage ist eigentlicher Schabernack (→ Humor). / Leute glauben den Scheiß, den sie erlebt zu haben / glauben, wirklich; dagegen allerdings spricht / die → Gunst der Stunde, die zurückschlägt. / Sachliteratur ist keine Disziplin der Reportage, / sondern der merkantilen Fiktion (→ Kommerz). / Fachliteratur gibt es keine, alle Ansätze dazu / arbeiten auf falschsprachlicher Ebene, bedienen / intellektuellen → Zuschiß mit „Expertenwissen“. (→ Autorität)

 

Revolution: Flapsige Einflußnahme auf den Weltlauf, Sturm in einem der Wassergläser auf dem Idafeld, leider nicht immer „wirksam, verhältnismäßig und abschreckend“[22]. Alle für den Zusammenhang der Abriß!-Reportagen relevanten Revolutionen, und nicht nur diese, sind nach hinten losgegangen: Mexico 1910, Rußland 1917, Spanien 1936. Patzer wie diese haben erst nach der Reaktion, und dementsprechend mühselig, in kleinen und kleinsten Schritten dieses und jenes Splitterchen an Menschenwürde erkämpfen können. Das wird solange der Gang der Dinge sein, bis das kapitalistische Privateigentum geschliffen wird. Unterdessen sterben Milliarden, weil ihnen Lebensqualität und Gesundheit vorenthalten werden, von Kultur ganz zu schweigen, → Ästheten.
Die russischen Banditen, Anarchisten und eine Handvoll Sozialrevolutionäre und Maximalisten sowie zwei Menschewisten haben sich zwischen 1917 und 1921 die Revolution von den Bolschewisten aus den Händen reißen lassen, und wurden, wenn sie sich nicht reumütig anpaßten, eliminiert. Möglich war dies, weil das kriegsmüde und von Requirierungen gebeutelte Volk sich nicht vorstellen konnte, von niemandem außer sich selbst regiert zu werden und sich zur Strafe einen neuen Machtapparat überstülpen ließ, der sich gewaschen hatte, ebenso 70 Jahre später. Wenn man allerdings lange, intensiv und tief genug in der Permanenz der Insurgenz herumstudiert, findet man immer irgendwas Aufmunterndes und Auswegweisendes.
Revolutionen bestehen aus Aufständen, die in Deutschland eher knapp sind, man bevorzugt Nachkriegsmachtwechsel. Immer noch das gleiche // Weiche Stulle, / keine Butter, / harte Wurst. // Kommt auf Sorte an. – In Rußland hingegen ist Kolbaßa Kolbaßa, aber die Umstände machen den Plan, → Drogen. Über die Machnowschtschina in der Ukraine (1917-1921) und den Aufstand der Matrosen von Kronstadt (1921) ist viel geschrieben worden, wenig jedoch über Anarchie in Sibirien. Es gibt ein handliches Buch[23] von Igor Podschiwalow, das sofort übersetzt und publiziert gehört – „Wer macht’s?“ wie Knofo immer fragte[24] –, und einen zweibändigen akademischen Wälzer[25] zur
Ergänzung.

„Die AnarchistInnen waren relativ stark verankert in den Regionen Tomsk, Krasnojarsk, Irkutsk und rund um den Bajkalsee. Diese vier Regionen umfassen fast 3,5 Millionen Quadratkilometer, 12,7 % Sibiriens. […] Schtirbul vermutet, daß eine bedeutende Anzahl der 140.000 revolutionären KämpferInnen in Sibirien unter anarchistischem Einfluß standen. Wie die machnowistischen Abteilungen, die in entscheidender Weise zur Niederlage des weißen Generals Denikin in der Ukraine beitrugen, trugen die sibirischen anarchistischen PartisanInnen (Nowoselow und Rogow) zur Zurückschlagung Koltschaks bei. Aus streng militärischem Blickwinkel war die Unterstützung der AnarchistInnen im Kampf gegen die Weißen unentbehrlich. Das erklärt, warum es trotz Anweisungen aus Moskau ernste Probleme mit der Zerschlagung des sibirischen Anarchismus’ gab, weil die Bolschewiki vor Ort die AnarchistInnen als aufrechte RevolutionärInnen betrachteten. [ …] Als die Rote Armee endlich [sic!] begann anzugreifen, lösten sich die Rogow-Einheiten in kleine Einheiten auf, die sich in der Taiga verteilten. Im Juni 1920 wurde Rogow gefangengenommen und tötete sich selbst (?). Nowoselow setzte den Kampf bis September 1920 fort, ehe er mit seinen PartisanInnen in den Untergrund ging. Gleichzeitig löste Lubkow einen neuen Aufstand in der Region Tomsk aus, wobei er 2.500-3.000 KämpferInnen zusammenbrachte. Nach seiner Niederlage versuchte Lubkow, einen Waffenstillstand mit den Bolschewiki auszuhandeln, ehe er mit einigen seiner PartisanInnen in der Taiga verschwand.“[26]
Was also ist von Revolution zu halten? Nicht viel, aber ohne wird gar nicht am Rad gedreht. Vorzuziehen ist permanentes kulturrevolutionäres Engagement. Solange Kultur auf den hinteren Rängen abgehandelt wird (wie in ehemaligen Nachrichtenmagazinen und Tagesblättern weit hinter volksverblödendem Klatsch und Tratsch, kapitalistischer „Wirtschaft“ und menschenverachtendem „Sport“) oder in Extra Ressorts (Feuilleton) verbannt wird, steht zu vermuten, daß Revolution eigentlich Kultur ist, wenn auch mit dem Nachdruck der Gegengewalt, und möglichst nicht in Form einer autoritären „Kulturrevolution“. Wenn’s im Guten nicht geht, dann eben im Bösen, und umgekehrt. „Befleiß’e dich gegen Geschmeiß, schmeiß dich in Fleiß, beiß Schreiße ab.“ (Aus einem Frühwerk von Kriegfried Butzmann, → Privileg) – Ganz so schlimm sind Revolutionen aber doch nicht, nur die Versteifung auf „Die Revolution“ ist lästig und kontraproduktiv. Wichtig ist der nächste konkrete Aufstand, der sich ausweitet …

Ecke Indira Gandhi // Sie dreht sich eine Zigarette, / staubt Tabak von ihrem Schenkel; / immerhin hat sie ’nen prächtigen, / genaugenommen zwei üppige. // Wenn die Handwerker früh zur Arbeit fahren, / bleiben die Künstler liegen und – sterben … // Mit ihren geschickten Fingern / krault sie immerhin kein Smartphone; / ins Nichts saust sie raus mit der 4, / wiedersehen werde ich sie nicht. // Wenn die Handwerker früh zur Arbeit fahren, / bleiben die Künstler liegen und – sterben, / aber ich muß nach Haus und schr… // Als ich Nachrichten checkte, / mußte ich an sie denken, hoffte / doch sehr, daß sie’s nicht gewesen / wär; immerhin war sie Revolutionärin. // Wenn die Handwerker früh zur Arbeit fahren, / bleiben die Künstler liegen und – sterben, / aber ich muß nach Haus und schreiben / … da sind auch die Schenkel besser.

 

Schranzen: Untergebene von → Bonzen; korruptes Politikergeschmeiß, so jedenfalls steht es jeden Tag in der Zeitung. Im Vergleich zu Bonzen, die im Zuge von Machtkämpfen gelegentlich ausgewechselt werden, eher Sitzenbleiber, finanziell motivierte Opportunisten, gesteuert von profitbesessenen Globalisten, die Schranzen als Hampelmänner brauchen. Wat zum Abwischen, wenn man auf die kratzige Tour steht; nichts für → Ästheten, als die Schranzen sich gern ausgeben, zumindest im Vorfeld von Geschäftsabsprachen zum Zweck von Wertanlage. Als sich im Verlauf der letzten 30 Jahre die „Freunde und Kupferstecher“ der Schranzen als „Kesselflicker und Besenbinder“ entpuppten, kam es zu einem einseitigen Vertrauensbruch („Keine Romanzen für Schranzen!“, „Kein Bild für Blöd!“), der so endgültig war, daß sich der Kunstverzicht bis heute hinzieht, wie man unschwer in der videotischen Landschaft sieht, und in den literarischen Fachmagazinen nachlesen kann. Schranzenbediener upgedateter Couleur haben es heut schwer.

 

Seele: Auf die Lebenszeit eines Menschentieres limitiertes Partikularkonstrukt der kollektiven → Kontelligenz (Weltseele); eine energetische Größe von fragwürdigem Schätzwert, zumal der größte Teil der Seele aus Psychose besteht, die sich beim Tod des Leidtragenden spaltenergetisch auflöst, und unwägbar ist: Was dann noch übrigbleibt, eignet sich meist nicht zur Inkarnation. Das Leben der Weltseele ist im Wasser gespeichert, schwingt auch im Magnetfeld mit, wird permanent revolutioniert, → Magie.

 

Sklavensprache: 1.) Jedes darf sprechen, wie es will. Es sollte in der Lage sein, seine Intention auf seine ureigene Art und Weise zu äußern. Wenn nicht, wird es dies klar, deutlich und vorlaut ausdrücken. Wenn man weiß, daß Hopfen und Malz verloren sind, kann man immer
noch Schnaps brennen. Oder von vorne anfangen. Weiß die →
Geschlechtergerechte Sprache, wo sie anfängt? Und aufhört, weil Geschlechter egal sind? – 2.) Wer dem Diktat eines bürgerlichen Wertesystems unterworfen ist, neigt zu verlogenen Höflichkeitsfloskeln, → Populismus. Höflich allerdings können wir erst miteinander sein, wenn es keine „Höfe“ (→ Hierarchie) mehr gibt, und das bürgerliche profitorientierte Streben wenigstens dümpelt. Solange sprechen wir eine Sprache von Schissern, → Ästheten. Schreiben können wir auch anders, aber nicht wirklich veröffentlichen.

In der DDR folgte der Doktrin des sozialistischen Realismus (→ Reale
Existenz) eine Ära des befreiten Ausdrucks, allerdings zumeist inoffiziell. Diesem sog. „Postavantgardismus“ wurde vorgeworfen, eine „Sklavensprache“ zu benutzen, was mitnichten der Fall war, ebenso wenig wie die Kubofuturisten skythisch schrieben und deklamierten. Unser Formalismus diente dem Angriff. Wir haben uns nicht verstellt, wir waren tatsächlich so anarchisch drauf, und ich – wie sie deutlich lesen – bin es immer noch.

 

Staat: Im PrenzlauerBerg Rhyming Slang „Fleischsalat“ genannt,  Schimpfwort, gelegentlich auch drastischer Kraftausdruck (→ Humor). „Fleischsalat“ ist ein Schmarotzer, der – neben seinem komfortablen Selbsterhalt – mit Steuern indoktrinierten Herdenviehs kapitalistisches → Wachstum befeuert. Früher Hauptfeind, heute fünftes Rad am Wagen des „real existierenden“ (→ Reale Existenz) globalisierten Gottseibeiuns, der einen schmalen Staat möchte. Staatsbeamte sind potentielle Wirtschaftsmagnaten (und umgekehrt), die meisten auch aktive, spätestens nach Amtsenthebung.

 

Veganer: Selbstgerechter Abschaum (Sahnehäubchen) auf dem Gebräu der Anarchie, neuerdings möglichst querbeet hochkant gegendert. – Jede verdammte Plastiktüte (→ Werbung) hat gelebt und Schmerz empfunden, bevor sie zu Konsumgut gepreßt wurde, und jeder Strauch, der zum Buch wurde, natürlich auch. Jeder Felsen, jedes Gebirge, auf dem ihr rumtrampelt. Jede Umformung (→ Magie) tut irgendwie weh, Schreddern erst recht. Das würde einem Veganer nicht anders gehen. Eine antipolitische Bewegung kann nicht „politisch korrekt“ sein. Wie
rennt ihr überhaupt rum? Zur Anzugsordnung siehe → Zivil.

Gegen ein paar Geschlechter mehr allerdings ist nichts einzuwenden. Ohne Abschaum kein Ausfall, ohne Schaum keine Gischt, die irgendwann erlischt, wenn ein Ausweichplanet gefunden ist. Auf dem möglichst nur Pilze wachsen sollten. Ist zwar schlecht für die Atmosphäre – oder habt ihr schon mal grüne Pilze gesehen, außer von Pilzen befallene –, aber immer noch besser, als Entscheidungen zu fällen, wer Tier und wer Pflanze ist. Menschentiere sind für Pilze prächtige Wirte und Symbionten; wer wen dominiert, ist offen. Den
Bakterien und Archaeen, mit denen ich gesprochen habe, ist es jedenfalls brenne. Kampf jeglichem Speziesismus! Und den Algorithmen einer hierarchischen „Künstlichen Intelligenz“. Und Schluß mit der nekrophilen Archäologie. Kampf den Wiedergängern!
– Jeden Schritt vorwärts / latscht ihr in die Saat. / Ihr seid total verrückt, / euch bezahlt der Staat, / den ihr – bezahlt. (→ Demokratie)

 

Verantwortung für auch nur lokale Belange zu übernehmen, klärt Fragen des → Eigentums, und ist der erste Schritt in Richtung → Emanzipation und → Anarchie. Die Koordination von Produktion, Distribution und Konsumption bedarf eines für alle frei verfügbaren Kommunikationsnetzwerkes (→ Befreite Gesellschaft), kann in der Perfektion allerdings auch zu Dispatcherismus (Überblicksanmaßung; im Bereich der sog. „künstlichen Intelligenz“ auch „Administratorwahn“ genannt) führen.

 

Verletzung: Die Wunde schließt zwar die Verletzung, rächt sich aber – später, wenn sie aufbricht. Wunde ist ein durchtriebenes Ding; zwar besser als Tumor (→ Wachstum), der letztlich auch nur Verletzung ist, aber nicht abfließt, sondern sich aufbläht. Also das Leben im Fluß halten (→ Gunst der Stunde) und ab und zu mal umschalten. – Wenn sich das Wetter ändert, verändert sich die Welt. Katastase beinhaltet Katharsis und Katastrophe. Falsche Exposition führt zu Explosion.

 

(Wirtschafts-) Wachstum:
Motor der sog. „Konjunktur“, Volksverarschung (→ Zuschiß) für
Machenschaften sog. „Investoren“ (Profiteure) mal in der einen, dann in einer anderen Region. Wenn die Ausbeutung eines Areals vorerst abgeschlossen ist, zieht die Karawane der Profiteure weiter, kurbelt die „Konjunktur“ woanders an, Lohnsklaven und ihre Vorgesetzten träumen dann von Wachstum, das zu Wohlstand führen soll. Frühere halbwegs zyklische Krisen sind mittlerweile von systemimmanenten sporadischen Zusammenbrüchen abgelöst worden. Wenn sich eine Region und ihre auszubeutende Population nicht mehr rechnet, wird sie fallengelassen. Nach dem Absterben des Ausgelaugten und einer Ruhephase erfolgt Regeneration. Die Skepsis der Population gegenüber Wachstum wächst, Bilsen (→ Drogen) sprießen in Schuttunkautgesellschaften. Altlast unterliegt Wildwuchs.

 

(Produkt-) Werbung:
Allgegenwärtiger Dreck, beschämendes Ergebnis vernichteter Kreativität. → Entschuldigung für Beteiligung wird von kommenden Generationen nicht erteilt, wurde mir mitjeteilt. Klar gibt’s ’n Kanal für „Vergeudete Energie“, aber det arme Amüsemang schleppt sich doch sehr hin. Sollte man bedenken, wenn man heute „denkt“: Stillhalten, Arsch hinhalten
: Schauspieler aller Arten, / sind die Selbstgenarrten; / sowohl die hauchzarten, / als auch die knallharten. [→ Poetry Slam] // Viel Geld kriegen Idioten, / auf Kralle – auf die Pfoten; / am meisten die abgehalfterten, / aber auch die durchgeballerten.

 

Wobla: Wo Bla ist, waltet Bla. / Überbordend, Trockenfisch; / einer der Widersprüche, / über die wir reden müssen, / wenn die inhaltliche Diskussion / vorübergehend abgeschlossen ist. [Sackgasse, Schluß des augenblicklichen Glossars]

 

Wucht: Drastisches stilistisches Mittel, linksradikaler → Bumms, massiver → Pfiff, ohne Unterstützung durch Massen („Multitude“, „Prekariat“, „Planetariat“). Von Franz Jung auch stilistisch, aber eher (expressionistisch) sozialrevolutionär gemeint: „Wirkung gleich Macht und Ordnung und Friede und Menschlichkeit, erträglich durch Ausgleich, Gegensatz, Schwächen, Religionen, Verbrechen und
Treue. / Wucht gleich Leid zum Glück. Teils unerträglich.“[27]
Stilistische Wucht ist Tempo und Rhythmus, Weltwirkung von Kulturträgern füreinander, weitgehend ohne Bedeutung für Lastträger, aber ggf. imponente
in der Tangente am Rande der Korrektheit zum Zwecke der → Befreiten Gesellschaft ohne störende Inhabitanten.

 

Zivil tarnen sich Untergrundaktivisten, in Räuberzivil laufen Partisanen rum, bevor sie zu regulären Kombattanten ausstaffiert werden; wenn sie das – höchst asymmetrisch – nicht wollen, müssen sie (nochmal) desertieren. Die besten Ausrüstungsstücke in modernen Armeen sind Dienstuniformen, den jeweiligen klimatischen Bedingungen angepaßte strapazierfähige Klamotten; im Gegensatz zu bürgerlicher Funktionskleidung, die auf Verschleiß produziert wird, und der Repräsentation des Status in der → Hierarchie dient, der sich ändern könnte, aber selten tut. In die bürgerliche Gesellschaft wird man hineingeboren, man kann aber rauswachsen, und zwar ganz raus und über sich hinaus, → Befreite Gesellschaft. Die konservative Anzugsordnung folgt den modischen Vorgaben des → Zuschiß. Wer als Aushängeschild der bürgerlichen Gesellschaft rumrennt, ist zumindest Opportunist, wahrscheinlich Kollaborateur; die eigentlichen Täter der bürgerlichen Exekution tragen alles, um nicht zu verlieren, was sie mehren müssen (→ Wachstum), sogar irgendwelche Kledage, die dann als zivil gilt. – Manchmal wundere ich mich schon, wie viele Untergrundaktivisten in Tarnung rumlaufen, und trotzdem passiert nichts … wahrscheinlich technische Störungen, vermutlich der „künstlichen Intelligenz“ geschuldet.

Woran erkennt man einen Banditen? Nicht an seiner Kleidung. Knofo hat sich immer über meine „OMON-Leibchen“ lustig gemacht, wenn ich in des „Teufels Tuch“[28] vorm Tresen neben ihm saß. Ich trug zu seinen Lebzeiten und auch jetzt noch – zumindest als Schlafanzug – die von dem „Kühlmonarchen“ („King of Cool“) Quirinus Kuhlmann kreierten blau-weißen T-Shirts. Inzwischen hat sich das Farbspektrum der staatlichen Telnjaschki[29] erweitert, zur Volksaufklärung hier der augenblickliche Stand der Farbgebung der von verwirrenden Waffengattungen der russischen Armee getragenen Unterwäsche: Es gibt schwarz-weiße (U-Boot-Besatzungen und Marineinfanterie), dunkelblau-weiße (Kriegsmarine, Luftstreitkräfte, Luft- und Weltraumkräfte), lila-weiße (Kremlregiment, Spezialeinheiten Geheimdienst), hellblau-weiße (Luftlandetruppen, Spezialkräfte Hauptverwaltung Aufklärung), grün-weiße (Küstengrenzschutz), rot-weiße (Spezialkräfte Innenministerium, Nationalgarde) und orange-weiße (Zivilverteidigung, Katastrophenschutz) „OMON-Leibchen“, auch mit kurzen und langen Ärmeln.

Der Schwerenöter, Frauenschwarm und religiöse Schwärmer Quirinus Kuhlmann (1651-1689) war nicht nur urkommunistischer „Chiliasterey und Enthusiasterey“ im Hanffeld verschrieben, sondern kämpfte mittels diverser Untergrundpublikationen, engagierter Lesungen und Vorträge sowie Missionsreisen für die Vereinigung der Protestanten, Katholiken, Orthodoxen, Juden und Moslems, was damals → radikal war, und für ihn persönlich → extreme Konsequenzen hatte, denn der Leitfaden der neuen Weltanschauung sollte seine Gedichtkompendium Der Kühlpsalter sein, als dritter Band zum (ausgewählten) Alten und Neuen Testament.

Der aus Brassel (schlesisch für poln. „Wrocław“; engl. „VRAWHT-swahf“ ausgesprochen) gebürtige Kuhlmann trug gern blaue Klamotten: „Was Kuhl bei uns Schlesiern eigentlich heisst, ist BLAU. Nichts BLAUERS hat BRESLAU, als ihren vertretenen Kuhl. Nichts BLAUERERS trägt imals ider BRESLAUER.“[30] Er kombinierte Blau mit Weiß, und setzte anarchische „Weisheit“ („Mutter der Ordnung“, → Anarchie) manichäisch gegen die Schwärze des feindlichen
„Kohlmann“ (Coleman)[31], eines Black-Metal-Svengali, Azoth Produzenten und Quacksalbers, mit dem er in London – haargenau 300 Jahre vor Punk – aufgrund einer Namenverwechslung kollidiert war: „Drum ward Weis und Blau die kleidung, / von dem trauerschwartz di scheidung“[32].
Fest stand zum Ende des 17. Jahrhunderts: „Triumf! kühlt weis und blau![33] – der „Triumf“ jedoch steht aus. Das Obsiegen Kohls 300 Jahre nach Kuhlmanns Tod allerdings fand statt, der Rock ’n’ Rollback des Coolen allerdings immer noch.

Wenn sich der perverse Schlimmfinger Kuhlmann mal wieder über ein Groupie hermachte, fiel ihm nichts politisch korrekteres ein als: Entkleide si von ihrem Christenkleid! / Dein WEISBLAU sei ihr gröstes hertzeleid!“[34] (→ Geschlechtergerechte Sprache) Das sollte sich rächen. Seine letzte Missionsreise führte Kuhlmann „auf Grund einer Engelserscheinung“ im Frühling 1689 – natürlich unter falschem Namen reisend – nach Moskau, er wollte partout das Zarenpack zur Kühlmonarchie bekehren. Wer auch immer damals gerade an der Macht war; Peter des – damals noch kleinen – Großen schwachsinniger Halbbruder, seine Halbschwester Sofia, nominell auch er selber,
im Hintergrund die Mutter, in Wirklichkeit jedoch irgendwelche – hier
natürlich ungenannt bleibenden – Bonzen und Schranzen. Das lästigste an der ganzen Schriftstellerei ist das Quellenstudium. Alle wissen, daß
Selberausdenken zu überzeugenderen Ergebnissen führt. Aber was tut man nicht alles, damit Freude aus Späßen der Erbsenzähler springt.
In der Ausländervorstadt Njemetzkaja Sloboda (Deutsche Siedlung) fand Kuhlmann einen Schwärmerkreis vor und begann zu agitieren. Außerdem verfaßte er idiotische Sendschreiben mit seinen Bekenntnissen und religiös verbrämten politischen Prophezeiungen, die er an zaristische Beamte verschickte. Er schien nicht sehr am Leben zu hängen, gar mit dem Märtyrertod zu liebäugeln – der Kühlpsalter war im wesentlichen abgeschlossen. Zudem schissen ihn der Pastor der Moskauer lutherischen Gemeinde Joachim Meincke und seine Parteigänger bei Wassili Golizyn – Schranze und Liebhaber der amtierenden Zarewna Sofia, die den jungen Peter von der Macht fernhalten wollte – und dem Moskauer Patriarchen Ioakim an.

Ende Mai 1689 wurden Kuhlmann und sein Gefolgsmann Conraedt Nordermann sowie ein gewisser Anan’ja Dickens verhaftet. Sie wurden hochnotpeinlich verhört, also gefoltert, Kuhlmann wurden Kreuze[35]
in den Rücken gebrannt usw., unappetitliche Details dazu in dem Kapitel Das Ermittlungsverfahren
in dem Standardwerk über Kuhlmann von Walter Dietze.[36]
Am 4. Oktober 1689 wurden Nordermann und Kuhlmann auf einem ganz besonders perfiden Scheiterhaufen[37] am Ufer der Moskwa am Roten Platz als Ketzer und „staatspolitisch gefährliche Delinquenten“ (W. Dietze) verbrannt. Auf dem Weg zur Hinrichtung kehrten sie in
einer Apotheke ein und ließen sich von guten Freunden Branntwein kaufen und einschenken. Die lodernden Nordermann und Kuhlmann verhielten sich heldenhaft. Ein anonymer Sympathisant schrieb in einem Gedächtnisgedicht an Kuhlmann: „Wer stets im Feuer lebt, muß auch im Feuer sterben; / Doch kann dein reiner Geist darinnen nicht verderben, / Er gleicht dem Phönix nicht, den eine Flamme frißt, / Man findet nichts an ihm, was uns verderblich ist.“[38]

Peter der Große, der auf westlichen Modefirlefanz stand, besuchte Kuhlmann im Gefängnis, konnte jedoch nichts für den ihm sympathischen Ketzer tun, da seine Machtposition noch nicht gefestigt war. Besonders beeindruckt war Peter von der blau-weißen Kleidung des religionspolitischen Glam Rockers internationalen Ausmaßes. Auf späteren Reisen im Nord- und Ostseeraum sah er die dort übliche – sowohl längs (gespaltene) als auch quer (geteilte) – gestreifte Seemannskleidung, und führte sie auch in seiner Marine ein. Offizieller Ausrüstungsschnickschnack der russischen Marine ist die Telnjaschka allerdings erst seit den Militärreformen der 1860er Jahre. Um Unterschied zum französischen bzw. bretonischen Marinière – bei dem der weiße Abstand zwischen den blauen Streifen doppelt so groß ist wie der blaue Streifen – jedoch in der „egalitären“ Variante, bei der die Streifen gleich breit sind, was entscheidend ist, denn: Für den hierarchischen Blick, zu dem wir erzogen wurden, und unsere Kinder weiterhin werden, ist der (heraldische) Hintergrund dominant; und Dominanz fördert → Hierarchie. Blaue Balken im weißen Schild: Der Hintergrund ist dominant, die blaue (oder rote usw.) „Befleckung“
(Bestreifung führt zu Bestrafung, oder steht dafür) steht für Klassendifferenz, „bildungsferne Unterschicht“, → Gewalttäter aus den Vororten usw. usf. Die endlose Telnjaschka hingegen führt zum Panzerkreuzer Potjomkin und dem Aufstand der Matrosen von Kronstadt sowie kommenden Erhebungen.[39] Gelbe Westen erfüllen vorübergehend denselben Zweck.

In der DDR diente der egalitär quergestreifte Markisenstoff als Bezug für Matratzen, die ihrerseits oft von Haus aus rot- oder blaugestreift waren. Sex, Schlaf und Tod sind andersartig, also gestreift – wie die Rebellion. Wem dieser Standpunkt partout zu kombattant ist, dem stehen zur Ausrüstung Arbeitsklamotten handfester Gewerke zur Verfügung. Insofern waren die Rocker besser angezogen als die Mods, die auch bloß gegen → Büttel waren, → Zivilcourage. Leider schnallten weder die einen noch die anderen die gesamtgesellschaftlichen Zusammenhänge der Repression, bis auf einige unzivile Ausnahmen wie die mittlerweile seligen Mick Farren und Lemmy Kilmister.

 

Zivilcourage: Anwendung des → Gesunden Menschenverstandes mit → Wucht zum Zwecke der → Befreiten Gesellschaft. Seit Etablierung scheinreligiöser Gesinnung und gewinnorientierter Gesittung selten angewandte Methode der Selbst- und Gemeinbehauptung, → Wobla.

 

Zuschiß krönt → Entfremdung. Die elektronischen Medien (allen voran Geldmaschine Internet) sowie der vorführende Kulturapparat (Kino, Theater, Konzerte, TV[40]-Talk-, Koch-, Rate- und andere Peepshows, → Poetry Slams usw.), der absahnende Körperkulturapparat (Ballspiele, Rennen und andere Faxen), die herstellende Maschinerie (Verlage, Druckereien, Preßwerke, Fanartikelproduzenten usw.) und die Machenschaften der Zuhälter (Künstleragenturen, Kuratoren, gedungene bzw. sich selbst andienende Rezensenten, Feuilletonisten, Journalisten, Influencer usw.) dienen dazu, die durch Unterdrückung und Ausbeutung entfremdete Existenz
zu beschwichtigen. Jemand, der sich selbst behauptet und gemäß seiner Intention wirkt, braucht den Scheiß nicht, hat keine Zeit dafür, oft jedoch Spott dafür übrig, wenn er dann doch mit dem Zuschiß konfrontiert wird. Falls der Spott in zynische Selbstüberhebung umkippt, wird er Teil der Unterhaltungsindustrie und kann vermarktet werden, leider. Dieses Gegenteil ist Teil des Systems. Hauptsache, der regierbare Mensch fühlt sich unterhalten. Angriff ist die beste Vorbeugung. Mir persönlich würde schon ein Sonnenwindsturm ins Kontor der Apathie und Ignoranz reichen.

Medienpiraterie heutzutage ist systemimmanent; zahlt sich kapitalistisch aus, wenn sie sich zu Umsatz aufschwingt. Piraterie war cool (→ Zivil), als sie Handelsmächten Paroli bot, aber zum Scheitern verurteilt, weil sie konservativ war und Betrug mit archaischem Wiking (direkte Akkumulation, Raub) entgegentrat, aber der Schlitzohrigkeit der „Hanseaten“ und ihrer Medienmaschinerie nicht mit → Pfiff entgegnete, und wäre es auch nur in Form von Volksaufklärung und Aufwiegelung gewesen, → Anschiß. Abgründe gibt’s, die gibt’s / als Gründe nicht, und umgekehrt. / Wenn man keine Karte hat, / und sich kreuz und quer verfährt, / hilft keinerlei Aufwiegelung, / sondern Umzingelung der Richtung; / jegliche führt ins Nirgends, / Irre waltet irgend um uns rings. /    Im Urgrund grassiert Nichtung, /    reichlich Beute, aber keine Leute.[41]
Es gibt – abgesehen vor vorsätzlicher Arschkriecherei – eine manchmal
schwerverständliche Medienkompatibilität, die erklärbar ist. Die Small Faces waren die besseren Who, die Pretty Things die besseren Rolling Stones, die Virgin Prunes die besseren U2, die Inchtabokatables die besseren Rammstein, aber nicht so phonogen
, von Äußerlichkeiten jetzt mal abgesehen. Viele meiner Musikerfreunde haben ihre besten Platten gar nicht gemacht; geschweige die Konzerte, die ich sowieso verpaßt habe, → Gunst der Stunde. Manchen Menschen haftet – Mutter der Ordnung sei Dank – eine Aura (→ Magie) an, die massenmedial nicht vermittelbar ist. Natürlich wäre Steve Marriott der bessere Frontmann der Faces gewesen, und Rod Stewart der ideale Sänger für Humble Pie. Sieger sind immer die Zweitbesten, und nicht die Schlagerärsche. Positive Konstellationen sind nicht gefragt. Dystopie ist reaktionär, konterrevolutionär und zynisch, → Humor. Töten, weil es möglich ist, ist schon lange gang und gäbe, → Gunst der Stunde. Einwickeln // hilft Lesern, hilft immer, / wenn Info zu Trash wird, / jegliche Zeitung zu Müll. // Lesen heißt sich kümmern; / nichten, was nicht fragt, / hinterfragt und dreht // am Rade der Aufklärung. / Nabe und Achse schmieren, / Wurzel des Übels rausreißen. // Einwickeln[42], einseifen[43] / und durch den Kakao ziehen / hilft auch gegen Meinungsmache.[44] – Zum Ausklang des (alphabetischen) Glossars ein Nachsatz in vorgeblich lyrischer Form:

 

Literaturverräter
im Gespräch mit Schwerenöter über Strafen für Arbeitsverweigerer

 

Wennder Rocker abhebt,

der auf sinnlos Bock beharrte,

ist Robert Habeck ohne Bart nicht weit.

 

MeineFrau hat mir später gesagt,

er hat einen schlechten Eindruck gemacht,

aber ich hab – wäre doch gelacht – gut geschlafen.[45]

 

Der Rinnsaldichter Christian Lindner

zieht Randstrichlinien im Interesse der Mitte,

die der Ranchdirneniltis eines Nichtlinearrinds vertritt.

 

Sein Scheinrivale allerdings ebénso: „,Die Mitte

wählt die Mitteʻ, argumentierte er. Deshalb

sei die Demokratie gefährdet, wenn

 

die Mitte weiter schrumpfe und Angst

vor dem sozialen Abstieg habe.

,Der Gesellschaft muss gezeigt werden:

 

Es gibt ein Garantienetz, auch

wenns uns das Schicksal runterreißt.ʻ“[46]

Der Abkocher erbt bevor der Bäcker bohrt.

 

„Wenn er dänisch kann, soll er auch bezahlen“,

forderte Störtebeker später auf Sendung,

als die Zeche längst geprellt war.

 

Auf Zack und Plopp war ich wieder wach:

„Wir müssen höhere Zuverdienste ermöglichen,

um niedrige Löhne zu stärken“[47], sagte der Ökohöker,

 

noch bevor der Trecker abhob und Borke brachte;

Barock erhebt sich, Kasko lohnt ewig … doch – schon

nickte ich wieder ein. Talkshow-König hat Kiosk wohlgetan.

 

Was nehmen die wohl? Tagein wohl Koks,

zum Ausklang Barbiturat, man steckt nicht drin,

Staatsrecht sei Dank. – Darauf einen Brokatbecher,

 

und einen Tobakbrecher als Abtrockheber.

Ayn Rands Richtlinien können Island nicht irren,

oder ging’s um wat andret? „,Solidarität [jedenfalls]

 

ist keine Einbahnstraße: Jeder ist auch gehalten,

sich um Arbeit oder Weiterbildung zu bemühenʻ,

begründete der [Knallfrosch seine][48] Haltung.

 

Wer sich nicht bereit dazu zeige,

müsse Grenzen aufgezeigt bekommen.

Das sei auch als Zeichen an diejenigen notwendig,

 

die in das System einzahlen.“[49]
– Aber, aber,
ich bin grade knapp bei Kasse, was macht ihr jetzt?

Borgt euch wat von Scholz oder wie Schäuble heute heißt,

 

dem zwar die Anwuchsfelge oblag,

aber die Flanschlauge bewog, bevor er

geschwollen aufgab, sein Gefolge wuchs banal,

 

aber dann wurde ihm im Schlafwaggon übel.

„Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Man ist nicht immer nur Opfer“[50],

 

sagte Froschmann zum Schluß,

aber da schlief ich wieder in Paris:

Belausche Schäuble, Rabe hebt Rock.

 

Unter geht er doch. Wenn Bock anjesagt is,

is meine Olle nicht weit, und die hat jesagt,

auf jespaltenen Arsch kommt Schieberramsch.

 

Ich hab die Rejeln nich im Kopp,

und sie bestümmt ooch nich, aber darum

jehts mit alle Sicherheit ooch nich, schließlich

 

war ick Waffendienstverweigerer,

nicht bürgerlicher Zivildienstleistender;

meines Wissens ist Kulturspagat Fleischsalat[51].



[1] Bert Papenfuß u. v. a. m. Ur-Rumbalotte, Annex 1: Abriß! Reportagen. Moloko Print, 2019.

[2] Aus: Bert Papenfuß u. v. a. m. Ur-Rumbalotte. Moloko Print, 2017, S. 28 38,
Auszug aus dem Vorwört
des Buches.

[3] Siehe: KURZER LEHRGANG der Geschichte der MaStdAR (M).
In: Bert Papenfuß u. v. a. m. Ur-Rumbalotte
. Moloko Print, 2017, S. 28-36.

[4] „noch“, oder „nicht“?

[5] Platt ist der Humor, / kommt er direkt vor, / raunte Busch in den Tusch.

[6] Aus: Glossar. In: Wilhelm Reich. Die Massenpsychologie des Faschismus. Kiepenheuer & Witsch, Köln, 1986.

[7] Aus: Theodor Fontane. Die Brück’ am Tay. (28. December 1879.) Erstdruck in: Die Gegenwart, Band XVII, Nr. 2, 10. Januar 1880, S. 20 f.

[8] Zu „Falken“ siehe: P. Kropotkin.
Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt
, Kap. 2: Gegenseitige Hilfe bei den Tieren (Fortsetzung).

[9] Aus: Presence of the Lord (Eric Clapton), auf: Blind Faith. s/t, Polydor, 1969.

[10] Aus: irb/AFP/AP/Reuters. „Gelbwesten“-Proteste / Frankreich erwägt Ausnahmezustand (spiegel.de/politik/ausland/gelbwesten-proteste-frankreich-erwaegt-ausnahmezustand-a-1241529.html, 2. 12. 2018). – „irb“ (Irene Berres, * 1986; „Seit Januar 2012 Redakteurin bei SPIEGEL ONLINE mit dem Schwerpunkt Medizin“) ist scheinbar eine „Berichterstattter*“; vielleicht sogar eine der ominösen Wortmacher*, die sich ständig neue Umschreibungen für Augenfälligkeiten aushirnen? – Für Stil braucht man etwas mehr, als staatshöriges Betragen. Oder steigt etwa der Unterhaltungswert in der Nachrichtenbranche? Nein, selbst zur Zerstreuung muß irgendwas vorhanden sein, was man auf irgendeine mehr oder minder clevere Art und Weise zerstreuen könnte. In meiner Sketchprüfer titulierten Medienrevue, die nächstes Jahr im Verlag Peter Engstler erscheint, heißt es in einem Dialog zwischen Sepp Fernstaub und seinem Verbindungsoffizier: „Wovon willst du dich denn zerstreuen?“ – „Fütter erstma’ dein’ Kopp! Notfalls mit Stroh. Immer noch besser als dumme Gedanken. Jedenfalls in deinem Fall.“ (→ Rache)

[11] Resident Reptiles, aktuelles Album einer Fraktion der 1970 gegründeten Pink Fairies (Purple Pyramid, 2018).

[12] Aus: Friedrich Schiller. Bacchus im Triller. (1782)

[13] Siehe: Brüder Grimm. Kinder- und Hausmärchen, Nr. 41, Herr Korbes.

[14] Jeder Satz ist Frage, jedes Gedicht Armutszeugnis, jeder Roman Größenwahn.

[15] Hausmärchen-Rhyming-Slang für „Holz“. Siehe: Die schöne Katrinelje und Pif Paf Poltrie. In: Brüder Grimm. Kinder- und Hausmärchen, Nr. 131.

[16] „Kraut“, ebd.

[17] Das Poem Die Kinder der Otter findet sich (in der Übersetzung aus dem Russischen von Peter Urban) in: Velimir Chlebnikov. Werke, Rowohlt, 1972, Bd. 2, S. 42-64.

[18] Berühmtheiten nutzen ihre Möglichkeiten nicht, um am Rad zu drehen, im Gegenteil, sie kaufen Grundstücke. – Helden wie Buenaventura Durruti und Che Guevara scheitern, fallen oder werden ermordet, und wirken durch ihren Nachruhm weiter. Stars wie die Beatles haben ihre Popularität nicht genutzt, um sich für Emanzipation zu engagieren, bis auf wenige Ausnahmen – John Lennon: God Save Oz b/w Do The Oz, 1971; George Harrison: Concert for Bangla Desh, 1971; Paul McCartney: Give Ireland Back to the Irish, 1972. Wer sich als „very important person“ stilisiert oder stilisieren läßt, ist für die → Befreite Gesellschaft verloren. Berühmtheit beschneidet Chancengleichheit, Ruhm und Gleichheit schließen einander aus. Nicht ganz so schlimm wie Ruhm ist Ruch.

[19] Siehe: Streiflicht aus der Grauzone der Verschwörungspraxis, S. 99.

[20] Von Ex-Mitverschworenen wurde er „Kriega“, von anderen Menschentieren „Friedl“ genannt.

[21] „Old cowboy wisdom“ aus dem Musikfilm Paradox (mit Neil Young und seiner aktuellen Band Promise of the Real; 73 Min., Netflix, 2018), so jedenfalls sagte die Regisseurin Daryl Hannah, die auch das Drehbuch geschrieben hat, auf Anfrage bei der Filmpremiere.

[22] Siehe: Datenschutz-Grundverordnung (Verordnung der Europäischen Union, 2018); Kap. VIII: Rechtsbehelfe, Haftung und Sanktionen; Art. 83: Allgemeine Bedingungenfür die Verhängung von Geldbußen.

[23] Igor Podschiwalow. Anarchie in Sibirien. Common Place, 2015. (Игорь
Юрьевич Подшивалов. Анархия в Сибири
, издательство Common Place, 2015 [Download: http://common.place/podshivalov/, 10. 2. 2019].)

[24] … woraufhin sich immer irgendjemand fand, der ergänzte: „Ja, wer macht’s?“; worauf Knofo insistierte: „Wer hat eben ,Wehrmachtʻ gesagt?“

[25] Anatoli Schtyrbul. Die anarchistische Bewegung in Sibirien im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. Gegenstaatlicher Aufstand und nichtstaatliche Selbstorganisation der Werktätigen: Theorie und Praxis. Dissertation an der Staatlichen Pädagogischen Universität Omsk, 1997. (Анатолий Алексеевич
Штырбул. Анархистское движение в Сибири в 1-й четверти XXвека: Антигос. бунт и негос. самоорг. трудящихся: теория и практика
. Омский гос. пед. ун-т, 1997.)

[26] Auszüge aus einer Besprechung des Schtyrbul-Buches von Frank Mintz. Quelle: anarchie.de/main-50413.html, 9. 2. 2019.

[27] Aus: Wirkung und Wucht (1916). In: Franz Jung. Feinde Ringsum. Werke 1/1. Edition Nautilus, Verlag Lutz Schulenburg, Hamburg, 1981, S. 154.

[28] Michel Pastoureau. Des Teufels Tuch. Eine Kulturgeschichte der Streifen und der gestreiften Stoffe. Aus dem Franz. von Marie Luise Knott. Campus, 1995.

[29] Тельняшка (Telnjaschka): gestreiftes Matrosenunterhemd. Die Turnhemd Variante, von Knofo „Leibchen“ genannt, heute offiziell „Achselshirt“, heißt Майка (Maika).

[30] Aus: Das III Pariserschreiben / AN / Herrn George Wende […].
In: A. Z. / Quirin Kuhlmanns
/ Des CHRISTEN Des JESUELITENS, / Lutetier- / ODER / Pariserschreiben. / LONDON in Engelland / Drukkts vor den Author Johannes Gain, / im Mai 1681, S. 17.

[31] Edward Colman (auch: Coleman, 1636-1678); Geheimsekretär des Herzogs von York, als Verschwörer 1678 gehängt, ausgeweidet und gevierteilt, 1929 von Papst Pius XI. seliggesprochen.

[32] Aus: Der 11. (86.) Kühlpsalm. In: Quirinus Kuhlmann. Der Kühlpsalter. Bd. II, Max Niemeyer Verlag, Tübingen, 1971, S. 146.

[33] Aus: Der 15. (60.) Kühlpsalm, Bd. I, S. 309.

[34] Aus: Der 9. (84.) Kühlpsalm, Bd. II, S. 137.

[35] Kuhlmanns Wappen war ein dreifaches dreimal gekröntes Tatzenkreuz. – Die Deutschen und ihre Kreuze aber auch: Es ist ein Kreuz mit den Krücken, Balken, Tatzen, Pranken und Haken. Das nächste Mal vielleicht doch lieber Sternchen: drei-, fünf-, sieben-, neunzackig; Hauptsache ungerade. Gottseidank für unentschiedene – aber innovative – Designer gibt es zwischen 3 und 4 die Ganzzahl Bleem; siehe den Sci-Fi-Kurzfilm The Secret Number von Colin Levy (entweder hier: http://secretnumber.colinlevy.com/ oder mit fehlerhaften Untertiteln auch hier: youtube.com/watch?v=qXnFr1d7B9w, 13. 2. 2019).

[36] Walter Dietze. Quirinus Kuhlmann. Ketzer und Poet. Versuch einer monographischen Darstellung von Leben und Werk. Rütten & Loening, Berlin, 1963.

[37] Ebd., S. 335-338, Der Feuertod.

[38] Ebd., S. 338.

[39] „Die Wäsche sortiert man vor dem Waschgang in helle oder dunkle Stücke, klar. Aber wohin gehört schwarz-weiß Gestreiftes [U-Boot-Besatzungen und Marineinfanterie]? Entweder man wäscht das Kleidungsstück separat oder gemeinsam mit der dunklen Wäsche, erklärt der
Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel in Frankfurt. Die hellen
Streifen werden im Kontrast zu den dunklen auch dann noch sehr hell wirken, wenn sie nicht mehr strahlend weiß sind. Umgekehrt könnte das Schwarz des gestreiften Kleidungsstücks in der weißen Wäsche auf andere helle Stücke abfärben.“ (Quelle: berliner-kurier.de/news/politik— wirtschaft/geld/9-waesche-fragen-geklaert-gehoert-das-gestreifte-shirt-in-die-dunkle-oder-helle-waesche–31936096, 25. 1. 2019)

[40] Ich kann da schlecht mitreden, in meinem Alter hat man keine Zeit mehr für solchen Scheiß, aber nach flüchtigem Draufblick gewinne ich der Eindruck, daß der Kampf um die – meiner sporadischen Wahrnehmung nach – am Vorabend massiv anhebende Verdummung (Klatsch, Tratsch, Trash-Quiz, Regionalquatsch usw.), gefolgt von Propaganda für Kriminalität und Prostitution sowie dem vorgeblichen und vergeblichen Kampf der staatlichen Organe dagegen, in der sich immerhin noch irgendjemand gegen irgendwas wehrt, letztlich von den zwischengeschalteten sogenannten Nachrichtensendungen überflügelt wird, in denen mit Vehemenz dargestellt wird, daß jeder Widerstand zwecklos ist. Am schlimmsten allerdings müssen die Kindersendungen sein, das sehe ich jeden Tag in der Straßenbahn an den einfallenden „Insassen von ,Problemzonenʻ zwischen Vorstadt und Speckgürtel“, → Gewalttäter aus den Vororten.

[41] Höre auch: The Pretty Things. The Electric Banana Sessions (1967-1969) (Enigmatic Records, 2011); speziell Alexander: „Poet dies, stabbed with the knife of words / Young girl marries with bouquet of letters / One life explodes and slides into the sea / The city lies buried beneath the curses.“ (Aus: Alexander. Auf: The Pretty Things. Even
More Electric Banana
. De Wolfe Music, 1969). Besser ist übrigens die Instrumentalversion, wenn man vorher die Vokalversion gehört hat. – Aufgrund kommerzieller Insuffizienzen nahmen die Pretty Things in den 60er und 70er Jahren einige Platten für die Firma DeWolfe auf, die Filmmusiken verkuppelte. Die raren, im Prinzip illegal in den Handel gelangten, Platten (-veröffentlichungen) enthielten Vokalversionen auf der A-Seite, Instrumentalversionen für eventuelle Background-Einsätze auf der B-Seite. In mehr oder weniger legalen Wiederveröffentlichungen dieser LPs auf CD sind meist A- und B-Seiten gemischt, die Instrumental- folgt Vokalversion. Das machte mir einiges klar: 1.) Der menschliche Gesang stört beim Schreiben von komplexen Texten sozialrevolutionärer Couleur doch sehr. – 2.) Wenn eine (modifizierte) Instrumentalversion auf eine Vokalversion eines Songs folgt, vertieft diese das eigentliche Lied, man brummt, summt, lallt mehr oder weniger unwillkürlich mit. – 3.) Insbesondere wünsche ich mir jetzt (zum 11. 1. 2021 reicht auch) einen Extended-Dub!-Instrumental-Remix von dem Herbst in Peking-Song Shame (vorbildlich vokal und instrumental auf: Herbst in Peking. Shame – The second coming, Peking Records, 2012), und auch in der Version von GrüßAugust (auf: GrüßAugust. LePunkC’estMoi, gruessaugust.com, 2012), wenn es geht.

[42] … ist besser als abfackeln.

[43] … ist besser an anschmieren.

[44] … wenn nicht, dann Fn. 41 und 40. – Damit dürfte dieser Satz (→ Pantheon) auch beantwortet sein.

[45] Während der Fernsehquatschrunde Maischberger am 16. 1. 2019 mit dem doppelten Autorenschaftler Robert Habeck und dem Sportbootführer Christian Lindner, den eine Königstochter an die Wand geworfen hat. Waren bestimmt noch andere dabei, aber ich hab, wie gesagt, die Sendung nicht gesehen, und hab es auch nicht vor. Ich gedenke der Techniker, die bei sowas mitmachen, um ihre Miete zu bezahlen. Leider kann ich ihnen keine Vorwürfe machen. – Die der televisionären Abendunterhaltung vorangegangene Redaktionssitzung des renommierten gemäßigten Literaturmagazins Abwärts!, das ich mitverantworte, war entsprechend beeinträchtigend, die Nachwehen einschläfernd. Aber einige Minuten später steht ja alles in der Zeitung, besonders wenn jemand einen Furz gelassen hat, zumindest in Deutschland, das über hinreichend kratzige Qualitätsmedien zum Arschabwischen verfügt, was verwöhnte Außenklofetischisten aufbringt. Jenseits des Speckgürtels wird vorläufig bis zur totalen „Wiedereinrichtung“ – die ausfällt – querfeldein geschissen.

[46] Quelle: morgenpost.de/kultur/tv/article216226433/Maischberger-Lindner-liest einem-Arbeitslosen-die-Leviten.html, 17. 1. 2019.

[47] Ebd.

[48] [Ergänzungen und Modifizierungen des Morgenpost-Textes
in eckigen Klammern; ich will schließlich nicht der Carl-Zuckmayer- Medaille hinterher jammern …]

[49] Ebd.

[50] Ebd.

[51] Fleischsalat: Prenzlauer Berg Rhyming Slang für „Staat“.