Korrekturen eines Mythos

Lesung von Su Tiqqun anläßlich des 30. Jahrestages der Gründung des Tacheles

„In den Folgejahren verschwand der “Sandstrand mit Ruine”. Er begrünte sich. Die Berliner Tageszeitungen machten sich darüber lustig. Der Skulpturenpark sei schon erholsam genug, rüffelte die taz vom 1.7.’94 und protestierte gegen die Errichtung eines Springbrunnenteiches inmitten eines Relax Art Gardens mit einem großem Q aus vernietetem Blech. Quo vadis? Wo soll das hinführen? “Vielleicht werden noch sanft geschwungene Parkbänkchen aufgestellt und die schroff amutenden Skulpturen … durch Gartenzwerge ersetzt.” 

Die Wurzeln der Primärpflanzen, die unterstützt mehreren Tonnen Erde das Erdreich besiedelten, juckte das nicht, die Grünfläche dehnte sich aus und spendierte die erste weiträumige Tresenlandschaft für Touristen mit den üblichen Folgen: Kampf um Schanklizenzen, Beiselwildwuchs, Dauerlärm, Müllzuwachs und Brachenverlust.”


12.02. / Mittwoch / 20 Uhr

Watt, Metzer Straße 9, 10405 Berlin